Bestellung Anusara Handbücher

Göttinnen im Yoga: SARASWATI – LAKSHMI – KALI

Die 3 Göttinnen, deren Qualitäten den Kreislauf der Schöpfung beschreiben

SCHAFFENSKRAFT – SARASWATI
Saraswati gilt, wie Brahma, im Kreislauf der Schöpfung für die Phase des Schaffens, Hervorbringen und Ermöglichen.
Sie gilt als Göttin der Weisheit und Gelehrsamkeit und steht für Kreativität und Ausdruck. Die schönen Künste wie Musik, Tanz und Literatur werden ihr zugeschrieben.

Aus der Urkraft des Seins, aus dem Ozean der Möglichkeiten, schafft Saraswati eine organisierende Matrix, um eine bestimmte Form zu schaffen. Sie trifft eine Entscheidung für einen bestimmten Ausdruck und schafft dadurch die Welt.

Ich mag diese Göttin, da sie uns immer wieder daran erinnert, dass auch in uns selbst schaffende Kraft liegt.
Was möchte ich heute in diesem Tag erleben?
Was in dieser Yogastunde praktizieren?
Warum bin ich hier?

Diese Qualität fragt immer wieder nach dem WARUM – nach unserer Absicht. Im Yoga nennt man das SANKALPA – und erinnert daran, Verantwortung für sich zu übernehmen, für jeden Moment, für jeden Atemzug, für jeden Gedanken.


Lakshmi


Lakshmi ist eine sehr geliebte und geehrte Göttin. Es ist auch einfach, sie zu mögen. Alles an ihr ist angenehm und willkommen. Sie spendet Segen, Fülle, Harmonie, Wohlstand, Anmut, Schönheit und Erfolg.
Im Kreislauf der Schöpfung steht sie für die Phase der Blüte, der vollen Entfaltung und des stärksten Ausdrucks – sie ist, wie auch Vishnu, die Bewahrerin.

Es gibt, wie bei allen mythologischen Figuren eine Vielzahl von Geschichten, die sich um sie ranken. In einer Geschichte, in der man versucht, Lakshmi oder ihre Qualitäten zu besitzen, entzieht sie sich vollkommen. Die Botschaft ist, dass man sie nicht besitzen und auch nicht für später aufbewahren kann.
Lakshmi bietet unermesslich Fülle – die Gnade des Moments. Es sind diese Augenblicke, in denen man im Sein ist, vollkommen erfüllt, vollkommen durchdrungen – im Jetzt und Hier.
Es ist aber unmöglich, diesen Augenblick zu konservieren. Sobald man danach greift, ist es weg.


Darstellung hier als Mahakali die die Kreisläufe des Lebens überwacht (Copyright)

Kali
Kali zu mögen, ist schwer. Alles an ihr scheint fürchterlich. Sie trieft von Blut, ist wild und kraftvoll und steht für Transformation, Vergehen, Tod und Wandlung. Im Kreislauf der Schöpfung steht sie, wie Shiva (in der Darstellung der 3-Murti) für den letzten Abschnitt, das Ende, das M vom OM.
Kali manifestiert sie sich aus Durga, der Figur, die für das Sein und die gesamte Schöpfung steht, sie ist und bleibt Teil davon.

Dinge, die wir nicht schätzen, bedauern wir nicht, wenn sie vorbei gehen – wir sind eher froh darum, dass es zu Ende ist.
Erheblich schwerer fällt das Loslassen bei geliebten Umständen und natürlich auch Beziehungen und dem Leben. Abschied zu nehmen ist wohl die schwerste spirituelle Aufgabe.

Kali wurde mir erst sympathischer, als ich die Geschichte mit dem Dämon Rakta Bija kennen lernte. Dieser unterwarf alle Welten und brachte Schrecken über alles. Niemand, auch keiner der anderen Götter, war in der Lage, ihn zu besiegen. Immer, wenn man ihn verletzte, wurde er nur stärker, sobald ein Blutstropfen die Erde berührte, entstand er erneut.
Nicht so bei Kali. Kali scheut nichts und niemanden. Sie schluckte die Blutstropfen Rakta Bijas und aß ihn auf. Radikal nutzte sie ihren Körper und verwandelte den Schrecken des Dämons zurück zu Schöpfungskraft – transformierte ihn und erinnerte ihn an seine Essenz.
Die Legende sagt, dass Rakta Bija in seinem letzten Moment sagte: oh, wie konnte ich vergessen das ich nur ein Kind von dir (der Schöpfung) bin und ich nicht außerhalb von dir sein kann.

Das ist das Versprechen – es gibt nur das Eine und nichts steht außerhalb davon. Wenn es vergeht, dann verwandelt es sich zurück und geht erneut in dem Einen auf. Kali beendet konkrete Manifestation, führte diese zurück zum Sein und ermöglicht dadurch erneutes Entstehen.
Wenn es nur das Eine gibt uns außerhalb des Einen nichts sein kann, dann gibt es im Grunde nichts zu fürchten. Alles ist Eins, bleibt das Eine und ist auch im Prozess des Vergehens von diesem Einen gehalten und bewahrt.


Die drei Göttinnen stehen für den Kreislauf der Schöpfung: Anfang, Mitte und Ende – gleich der Symbolik des AUM (OM):
A = Anfang
U = Mitte
M = Ende

Mehr zu diesem Thema erfährst du u.a. im Rahmen der Anusara Immersions.

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Yogalehrer im Openlotus

Langjährige eigene Yogapraxis und die Liebe zum Unterrichten – das zeichnet die Yogalehrer von Openlotus Köln aus! Die Yogalehrer, die im...

Schließen