Bestellung Anusara Handbücher

Publikationen

Nicole Konrad hat eigene Beiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie im Buch „Alles geben nur nicht auf“ veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit der Anusara School of Hatha Yoga haben wir im Openlotus die beiden Lehrhandbücher neu übersetzt. Näheres dazu und Bestellmöglichkeit hier!

Openlotus ist unter Deutschlands besten 50 Yogastudios gelistet, siehe Link unten.

Viele interessante Beiträge von Nicole und Teilnehmern der Ausbildungen findest Du in unserem Blog.

Interview mit Nicole zu Openlotus

Dieses Interview wurde von „ProntoPro“ am 3. März 2020 veröffentlicht. Den Artikel findest du im Original hier !

Yoga zum Ausgleich

Nicole Konrad

Nicole Konrad, Inhaberin von Openlotus – die Yogaschule

Yoga ist ein wundervolles System, das darauf abzielt, sich dem einzelnen Menschen anzupassen. Deswegen kann es in jedem Alter praktiziert werden und in jeder körperlichen Verfassung.  

Nicole Konrad hat die Yogaschule Openlotus in Köln gegründet. Sie unterrichtet seit 15 Jahren Yoga und leitet Ausbildungen. Sie ist eine der wenigen zertifizierten Anusara Lehrerinnen in Deutschland. Sie absolvierte ein Studium an einer FH für öffentliches Recht. Anschließend widmete sich voll und ganz dem Yoga. 

Nicole ist zum Yoga gekommen, als es ihr nicht gut ging. Sie war total überlastet und suchte nach einem Ausgleich. Seitdem hat Yoga sie nicht mehr verlassen und ihr Leben verändert. Sie ist zwar Inhaberin, aber ohne ihr Team könnte Openlotus nicht existieren. Ihr Team besteht aus verschiedenen Yogalehrer*innen.

Unsere Interviewpartnerin Nicole Konrad hat die Yogaschule Openlotus in Köln gegründet

 

Wie und wann hast du deinen Faible für das Unterrichten entdeckt? Wann hast du entschieden, dies mit deinem Hobby zu verbinden?

Lange habe ich neben meiner Arbeit unterrichtet. Irgendwann wollte ich aber einen Ort schaffen, an dem wirklich jeder Yoga üben kann und willkommen ist. Auch wollte ich Ausbildungen anbieten und habe irgendwann den ganz großen Schritt gewagt – den ich nie bereut habe.

 

Wie baust du die Kurse im Schwangerenyoga auf? Welche Trainingsziele verfolgst du dort mit deinen Schülern?

Schwangerenyoga ist natürlich auf die Bedürfnisse der Schwangeren angepasst. Unser Ziel ist es, den Schwangeren dabei zu helfen, ein gutes Körpergefühl aufzubauen und angemessene Anstrengung mit guter Entspannung zu verbinden.

Übungen speziell für Schwangere

Welche Übungen sind bestens für die Schmerzlinderung und Verspannungslösung bei Schwangeren geeignet? Welche Körpergegenden beanspruchen sie?

Oftmals haben Schwangere Probleme im unteren Rücken und im ISG-Gelenk. Hüftöffner können besonders schmerzlindernd sein.

 

Zu welchem Preis kann man einen kompletten Kurs buchen? Inwiefern kann man auch eine flexible Rate buchen, die schwangerschaftsbedingte Ausfälle erlaubt?

Man kann bei uns eine 10er- oder 5er Karte kaufen und einfach immer dann kommen und einen Punkt abbuchen, wenn man kommen mag. Wir bieten auch Präventionskurse an, die zumeist von den KK erstattet werden. Diese Karte kostet 145 € für einen Kursblock.

Schwangerenyoga ist natürlich auf die Bedürfnisse der Schwangeren angepasst

Arbeit mit Menschen

Openlotus ist eine Yogaschule in Köln, sie setzen ihr Augenmerk auf präziseste Arbeit mit Menschen, die Yoga wirklich verstehen und erlernen wollen. Sie sind eine der größten Schulen in Köln und haben jeden Tag offene Kurse für alle möglichen Zielgruppen im Angebot, bieten Yogalehrerausbildungen und Fortbildungen an, Workshops zu Themen wie Ayurveda, gesunde Ernährung, Philosophie, Mantren, weibliche Gesundheit und vieles mehr.

 

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Authentizität – nicht verhandelbar!

Buch: Alles geben nur nicht auf!Auszug aus dem Buch „Alles geben nur nicht auf“ von Stephanie Feyerabend Verlag
hier: der Beitrag von Nicole Konrad erzählt von der Intention zur Gründung von Openlotus – die Yogaschule

„Das ist total naiv“ war die Einschätzung einer befreundeten mittelständischen Unternehmerin, als ich ihr erzählte, in welcher Absicht und mit welchen Qualitäten ich das Yogazentrum plante, welches ich in naher Zukunft in „ganz groß“
eröffnen wollte. Dabei sah sie mich mit einem Blick an, der sagte: Du wirst schon sehen, dass ich recht habe, und dass du deine Ideale über Bord werfen wirst.
Dieses Ereignis ist nun über 6 Jahre her – und hatte sie Recht? Nein, zum Glück nicht.

Was wollte ich? Was war meine Motivation, ein weiteres Yogastudio in Köln zu gründen? Bislang unterrichtete ich nebenbei ein paar Stunden, ich hatte einen kleinen Raum gemietet. Die Kosten waren überschaubar – die Möglichkeiten zur Entfaltung aber eben auch.

Die Lotusblume, die Namensgeberin für das Studio wurde, steht in der asiatischen Symbolik für ein über sich Hinauswachsen und das Erkennen der wahren Natur. Wie alles, das lebt, gedeiht und sich entwickelt, braucht es Zeit, Kraft, Ausdauer und den Willen, nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren, um zur vollen Entfaltung zu gelangen. Die Seerosen entstehen am Grund des Bodens im Schlamm und arbeiten sich nach oben – durch das immer klarer werdende Wasser bis an die Oberfläche, wo sie ihre Schönheit offenbaren. Und sobald sie da sind, kann sie nichts mehr „beschmutzen“, der bekannte Lotus-Effekt wirkt. Sinnbildlich steht der Lotus also für unseren eigenen Weg der Entfaltung. Wir selbst haben manchmal das Gefühl, im Schlamm zu stecken, nicht klar zu sehen, da das Wasser um uns herum trüb ist, das Wachsen so langwierig und mühsam erscheint und manches einfach schwierig ist und wir oft nicht einmal einen Vorgeschmack auf das erhalten, was kommen wird. Jedoch, im Vertrauen darauf, der inneren Stimme zu folgen und unsere Wahrheit zu entfalten, gehen wir weiter, und überwinden Hindernisse und Zweifel.

Yoga stellt für mich DEN Weg dar. Für mich war und ist diese Praxis ein Weg zur Erkenntnis des eigenen Selbst, der Entwicklung von Güte und Freundlichkeit gegenüber mir und anderen, eine Praxis, die mich lehrt, stark zu sein, und dabei auch Verletzlichkeit zuzulassen. Yoga ist auf allen Ebenen heilsam – und genau auf diesen Qualitäten sollte das Studio fußen. In der Yogawelt sagt man gerne: Yoga ist für jeden da – was stimmt. Jedoch ist dieser Grundsatz nicht ganz einfach zu realisieren. Technisch gesehen ist es einfach, Menschen im Yoga zu unterrichten, die jung, fit und nicht verletzt sind. Aber mit allen Yogis zu arbeiten, egal ob sie alt oder jung sind, chronisch krank oder top-fit, leistungsorientiert oder Stille suchend – das ist eine ganz andere Herausforderung. Dieser wollte ich mich stellen.

Neben einem hochwertigen regulären Kursprogramm hatte ich außerdem im Bereich der Fort- und Weiterbildung von Yogalehrern die Absicht, Maßstäbe zu setzen. Um Yoga zu unterrichten, bedarf es eines tief fundierten Wissens über die menschliche Anatomie und die Bewegungsprinzipien wie auch eines Grundwissens über gängige Krankheitsbilder. Außerdem ist ein detailliertes Wissen über die Hintergründe des Yoga, seine Philosophie, die Geschichte und die daraus entstandenen verschiedenen Yogatraditionen nötig. Dazu ist Lehrkompetenz, Beobachtungsgabe, Didaktik und auch eine große Portion Einfühlungsvermögen, Geduld und Empathie notwendig. Besonders wichtig ist die Fähigkeit, jeden einzelnen Teilnehmer zu sehen und zu erkennen, was genau diese Person braucht, um Ganzheitlichkeit zu erlernen. Meines Erachtens fehlt es bei zu vielen Yogakursangeboten und auch Yogalehrerausbildungen fundamental an Kompetenz. Dies liegt unter anderem daran, dass der Begriff „Yogalehrer“ weder geschützt ist, noch bestimmte Ausbildungsstandards gelten.
Für mich selbst ist Yoga ein Geschenk. Es ist eine Technik, die Bewusstsein auf allen Ebenen schafft. Die Standfestigkeit, die Yoga lehrt, bietet auf der einen Seite die Möglichkeit, spannende Körperformen einzunehmen. Vielmehr aber befähigt sie auch dazu, den inneren Ängsten und alten Wunden zu begegnen, um diese zu heilen. Der Sanftmut, den Yoga ebenfalls vermittelt, half mir, geduldiger und mitfühlender zu mir selbst und auch zu anderen zu sein. Die bedingungslose Konfrontation mit mir selbst, half mir, herauszufinden, was ich wirklich möchte, was meine Wahrheit ist, wer ich bin, welche Muster und Gewohnheiten in mir wirken, und auch gewahr zu werden, nach welcher Verwirklichung ich mich sehnte. Im Grunde war es die Yogapraxis, die mich erkennen ließ, worin meine Fähigkeiten liegen, Mut zu fassen, auch Großes zu wagen, und Vertrauen in mich und auch in andere zu haben. Mein Anliegen ist es, das was für mich so transformierend und ermächtigend war und ist, weiterzugeben und dabei nicht aus den Augen zu verlieren, welche Kostbarkeit Yoga ist. Die Vermittlung dieser Lehre verlangt Respekt, Aufrichtigkeit, höchste Qualität und fortwährendes eigenes Lernen.

Openlotus sollte zu einem Ort werden, an dem jeder willkommen ist. Ich wollte einen geschützten Raum schaffen, der es erlaubt, mit seiner Freude und seinem Kummer, mit seinen Stärken und Schwächen zu sein, sich nicht verstecken und nichts beweisen zu müssen, um eben vorurteilsfrei zu begegnen und SEIN zu können. Die buddhistischen Tugenden von Mitgefühl, Güte, Achtsamkeit und auch Vertrauen in das grundsätzliche Gutsein des Menschen, waren die Grundlage meines Vorhabens. Damit dies Wirklichkeit werden konnte, suchten wir Mitarbeiter, die diese Gedanken teilen. Meine Absicht war, nicht nur „Hip und In“ zu verkaufen oder einen Trend zu vermarkten, sondern gelebtes, authentisches und qualitativ hochwertiges Yoga zu vermitteln. Mit Menschen zu arbeiten, braucht Zeit und einen Rahmen, der Einzigartigkeit willkommen heißt. Nur so ist es langfristig möglich, achtsames Bewusstsein für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln und sich zu trauen, man selbst zu sein.

blühende RoseDer ganzheitliche Gedanke von Yoga – es schreibt sich so leicht – ist im Grunde genommen eine radikale Idee, die alles andere als leicht umzusetzen ist. Wie oft zum Beispiel ignoriert man die Bedürfnisse des eigenen Körpers? Der simple Impuls zur Toilette zu müssen, wird verschoben, bis dass das Schreiben fertig ist, an dem man gerade arbeitet, der Schlafmangel soll am kommenden Wochenende aufgeholt werden und die Erholung im nächsten fernen Urlaub stattfinden. Yoga sagt: JETZT, HIER, nicht gestern, nicht morgen. Leben ist JETZT. Die kleinen alltäglichen Begebenheiten machen den Unterschied, oder besser gesagt, die Bewusstheit, die ich in jedem Moment erlebe. Yoga lehrt auch die Einheit. Warum zum Beispiel bin ich vielleicht der Meinung, dass Arbeit und Privatleben zwei verschiedene Dinge sind? In dem einen verbringe ich irgendwie meine Zeit, auch wenn es mir nicht gefällt, während ich mich in der Freizeit um mein Wohlbefinden und die Freude kümmere? Sicher, wir müssen zwangsläufig Kompromisse eingehen, und nichts im Leben ist nur gut oder nur schlecht. Aber vielleicht ertragen wir Umstände im Leben, bei denen wir genau spüren, dass diese nicht richtig sind. Wir wagen es aber nicht, die Schritte zu unternehmen, die nötig wären, um Veränderung zu schaffen.

All diese Überlegungen und gehörig viel Optimismus lagen in mir, als ich Openlotus gründete.
Was nach den Jahren noch davon übrig ist? Eigentlich alles! Die Arbeit, die wir machen, zielt auf langfristige Qualität statt auf den schnellen, rauschenden Erfolg. Und nach den Jahren ist es so, dass Openlotus einen sehr guten Ruf genießt, und wir weiterhin nur mit Menschen arbeiten, die ebenfalls ernsthaft Interesse an der Tiefe des Yoga haben – und somit an der Entwicklung des eigenen Selbst. Wie die Lotusblume auf dem Weg an die Wasseroberfläche, um der Sonne ins Gesicht zu schauen und zurück zu lächeln.

Das folgende Zitat stammt vom XIV. Dalai Lama. Es hängt bei mir im Yogastudio, denn es erinnert mich immer wieder daran, nie aufzugeben!

GIB NIEMALS AUF
egal, was geschieht

gib niemals auf
entwickel dein Herz
zu viel Energie wird in deinem Land
dafür verschwendet, den Intellekt zu entwickeln
statt des Herzens
entwickel das Herz
sei mitfühlend
nicht nur zu deinen Freunden
zu jedem
sei mitfühlend
arbeite für den Frieden
in deinem Herzen, wie in der Welt
arbeite für den Frieden
und ich sage es nochmal
gib niemals auf
ganz egal, was passiert
ganz egal, was gerade um dich herum geschieht
gib niemals auf


–> weiter zu spannenden Beiträgen in unserem Blog:

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Yoga Deutschland 11/2015

Titelbild Yoga Deutschland 11_2015

Teil 3 der Meditationsserie bei Yoga Deutschland  – Wie Wellen, die ans Ufer branden – von Nicole Konrad

Kaum hat man es sich auf der Matte oder dem Meditationskissen gemütlich gemacht, schon tauchen sie auf: diese galoppierenden Gedanken, die wie ein Gaul mit einem durchgehen!


Wie Wellen, die ans Ufer branden

Nicole Konrad, Openlotus Köln
Yoga Deutschland Nr. 11, Ausgabe Januar/Februar 2025 · YOGA Deutschland.de

Kaum hat man es sich auf Matte oder Meditationskissen gemütlich gemacht, schon tauchen sie auf: diese galoppierenden Gedanken, die wie ein Gaul mit einem durchgehen! Dabei kann Meditieren Meditieren ganz einfach sein – wenn du deinen inneren Beobachter ins Spiel bringst.

Der Geist ist wie ein junges, wildes Pferd, das man zu reiten versucht. Mit diesem Vergleich beschreibt der buddhistische Geistliche Sakyong Mipham die Meditationspraxis – er zeigt die Sprunghaftigkeit und Rastlosigkeit des Geistes. Gerade Anfänger der Meditationspraxis sind schnell frustriert, da die Gedanken unablässig abschweifen und schwer zu kontrollieren sind. Ein In-sich-Versenken oder Zur-Ruhe-kommen scheint kaum möglich. Manchmal mag es sogar den Anschein haben, dass der Geist gerade dann besonders unruhig ist, wenn man meditiert. Sollte man deswegen die Praxis verschieben oder sie besser ganz sein lassen? Ist mein Geist vielleicht gar nicht für Meditation geeignet? Die gute Antwort gleich vorneweg: Jeder Geist kann sich in Meditation üben.

Das JETZT UND HIER zählt

Vielleicht hilft die Idee, Meditation nicht als Stille zu definieren, sondern vielmehr als Gegenwärtigkeit im Augenblick. Die Praxis der Versenkung zielt darauf ab, sich bewusst zu machen, was in jedem Moment geschieht. Jetzt und hier. Das liest sich einfach, ist es aber keineswegs. Meist sind wir mit unseren Gedanken entweder noch in der Vergangenheit oder schon in der Zukunft: Hätte ich doch nur. Wäre es vielleicht besser gewesen. Hätte ich das gewusst. Ich sollte doch. Wenn ich das habe, dann. Gleich muss ich noch …

Die innere Welt entdecken

Verstehe ich die Meditation aber als Übung, das Verweilen im Augenblick zu praktizieren, ist es natürlich, dass das Erste was ich wahrnehme, mein ständig denkender und planender Geist ist. Ähnlich wie das junge Pferd springt der Verstand bei der kleinsten Ablenkung in ungestümer Wildheit davon und man selbst hat alle Mühe, nicht abgeworfen zu werden und wieder eine Verbindung aufzubauen. Meditation ist ein Weg der Selbsterfahrung – in Aufrichtigkeit ohne Erwartungshaltung. Unser Alltag ist angefüllt mit Aufgaben und Ablenkungen. Momente der Stille sind selten. Und wenn es sie gibt, schalten wir vielleicht das Radio oder den Fernseher an, lesen noch mal schnell die neuesten Mails oder die Zeitung. Einfach nur bei sich selbst sein, kein Tun-müssen, keine Ablenkung von den Erfahrungen des Jetzt sind rar. Wenn wir sie zulassen, sind wir oftmals überrascht festzustellen, wie rastlos sich unsere innere Welt darstellt.

Auf einmal nehme ich die Wildheit meines Geistes wahr, fühle die Emotionen des Augenblicks, höre mich denken und planen und fühle meine körperlichen Empfindungen deutlicher als sonst. Alle diese Eindrücke waren auch eben schon vorhanden, nur war ich selbst zu beschäftigt, um diese wahrzunehmen. Sich selbst auf den Moment einzulassen, bedeutet zwangsläufig erst einmal, mit dem was ist, einfach nur zu sein. Vor allem bedeutet es aber, der eigenen inneren Welt zu begegnen.

Eine Frage der eigenen Perspektive

Lassen wir uns auf die Praxis der Meditation ein, werden wir beobachten, dass in einem Moment eine Empfindung vorherrschend ist, manches Mal sogar übermächtig scheint, um wenig später von einer anderen Idee abgelöst zu werden. Wie Wellen, die an das Ufer branden, entfalten sich immer wieder neue Gedanken in unserem Geist. Meist sind wir vollkommen von dem Gedankenfluss gefangen und nehmen diesen als einzige Wahrheit wahr.

Ein kleiner Wechsel der Perspektive kann alles verändern. Bildlich gesprochen, kann ich mich an das Ufer stellen und beobachten, dass gerade diese Welle anbrandet. Sehend, dass dahinter schon die nächsten Wellen anrollen. Statt von der einen Welle eingenommen zu werden, kann ich das ganze Meer überblicken und erkennen, dass dieser eine Moment, diese Idee oder Empfindung eben nur ein Teil von etwas viel Größerem ist.
Dieser kleine Wechsel der Perspektive macht es einfacher, dem momentanen Erleben mit ein bisschen weniger Dramatik zu begegnen. Verweilen, atmen, beobachten, wie die Wellen brechen – in dem Wissen, dass es eben nur Wellen sind. Eine momentane Erscheinung aus dem tiefen Meer meines Bewusstseins. Gelingt es, den Geist zu beobachten, bin ich schon nicht mehr so davon gefangen. Vielleicht beobachte ich in einem Moment Wut und Zorn, fühle die Intensität, bemerke eventuell sogar meinen flacheren und schnelleren Atem. Und stelle fest: Etwas in mir beobachtet mich. Die wertvolle Erkenntnis daraus: Wenn ein Teil von mir einen anderen Teil in mir observieren kann, muss ich mehr sein als diese eine momentane Empfindung.

Der innere Beobachter

Das Problem sind nicht die Wellen, sondern das Identifizieren mit diesen. Es ist nicht möglich, den Geist vom Denken abzuhalten. Das Meer bleibt immer in Bewegung. Was ich aber schärfen kann, ist das beobachtende Bewusstsein. Also den Teil in mir, der Zeuge werden kann von meiner inneren Welt. Schule ich den inneren Beobachter, werde ich entdecken, um welche Themen sich mein Denken vorrangig dreht, welche Emotionen, Sorgen und Ängste ich durchlebe. Wahrscheinlich werde ich auch feststellen, dass die eigenen inneren Stimmen im ständigen Dialog miteinander stehen. Wie im Comic, wenn Engelchen und Teufelchen auf je einer Schulter sitzen und der Pessimist sagt: Vergiss das, das schaffst du nicht. Der Optimist aber ruft: Sicher, mach dich auf, es ist möglich, nur Mut!

Wir mögen erschrecken, wie vielfältig und widersprüchlich unsere innere Welt tatsächlich ist. Unser Beobachter wird auch sehr oft bemerken, dass wir uns selbst gegenüber fordernd, ungeduldig und herzlos sind. Jedoch ist auch diese Erkenntnis wundervoll. Nur in mir selbst kann ich damit beginnen, eine andere Realität zu schaffen. Taucht das Teufelchen auf, kann ich ihm dafür danken, dass es mich vor eventuellen Schwierigkeiten warnt, mich aber dazu entscheiden, dem Engelchen (dem Optimisten in mir) Gehör zu verschaffen.

Eine Facette der Realität

Höre ich mich denken: „Wie sehe ich schon wieder aus“, kann ich innehalten und mir selbst sagen, dass ich mir doch mit mehr Freundlichkeit und Güte begegnen will. Wenn ich glaube, vor Wut gleich aus der Haut zu fahren, kann ich mich erinnern, dass ich nur den Blick heben muss, um das Meer zu sehen. Die weitere, höhere Perspektive wird mir Raum geben. Ich kann kurz innehalten, durchatmen und reflektieren – und mit mehr Klarheit auf die Gegebenheiten des Moments reagieren.

Bei dieser Sichtweise bedeutet Meditation also nicht, das Denken aufzuhalten, sondern den Beobachter in uns zu bestärken. Schaffen wir das, wird die ständige Gedankenflut weniger starken Einfluss auf unser Empfinden haben, denn schließlich vergessen wir nicht mehr, dass dies nur eine Facette der Realität ist.

Gelebte Achtsamkeit im Augenblick

Meditation ist ein aufrichtiges Sich-wahr-nehmen, Begegnen und Sein mit dem was ist. Um mich darin zu üben, muss ich nicht auf der Matte oder dem Meditations-Kissen sitzen und still werden. Im Trubel des Alltags, im Leben mit meiner Familie, beim Arbeiten oder Einkaufen, beim Aufräumen und Putzen – egal wo und was ich mache, ich kann mich kennen lernen und Aufmerksamkeit üben. Unser Alltag ist unser Leben, unser gewöhnliches Denken macht unseren Geist und unsere Wahrnehmung aus, daher ist der beste Ort, zu üben im Jetzt und Hier.


Übung: Gehmeditation

Unzählige Schritte sind wir schon gegangen, aber haben wir diese tatsächlich wahrgenommen? Diese Meditation lädt dazu ein, das alltägliche Gehen bewusst zu erleben.

Nimm dir zehn Minuten Zeit, egal ob zu Hause oder unter freiem Himmel. Stelle dich aufrecht hin und schließe die Augen. Spüre, wie die Füße die Erde berühren und wie das Gewicht zwischen dem rechten und linken Fuß verteilt ist.

Beginne damit, ein Bein zu entlasten, um dem anderen den nächsten Schritt zu ermöglichen. Beobachte jedes Detail eines einzelnen Schrittes: Wie hebt sich der Fuß, wie setze ich ihn wieder auf, welche Stellen werden zuerst belastet, wie rollt der Fuß ab, wann beginne ich den anderen Fuß zu heben, nach vorne zu bringen und wieder zu belasten? Zwangsläufig wird sich das Tempo des Gehens erheblich verlangsamen. Es ist überraschend, wie komplex der Bewegungsablauf eines einzelnen Schrittes ist und wie intensiv die Erfahrung des Gehens tatsächlich ist.

Link zur PDF: Yoga Deutschland Nr. 11   Ausgabe Januar/Februar 2015

Link zu Teil 1 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad

Link zu Teil 2 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad


Nicole Konrad lebt Yoga und alles, was damit zusammen hängt. Die Praxis von Yoga und Meditation brachte sie dazu ihren früheren Lebensentwurf zu hinterfragen, festzustellen, dass dieser nicht richtig ist – und ihn umzuwerfen. Zum Glück! Heute leitet sie das Yogazentrum Openlotus in Köln (www.openlotus.de) und ist immer wieder begeistert, wohin ihr Weg sie führt.

 

 
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Yoga Deutschland 03/2015

Yoga Deutschland - Beitrag zur Meditationspraxis

Die unzähligen Momente des JETZT

– von Nicole Konrad

 

Yoga Deutschland 03/15

Ganz im Sinne des Kinderbuch-Klassikers „Momo“ hetzen wir durch unser Leben – immer auf der Suche nach dem effizientesten Zeitmanagement. Um irgendwann einmal das zu tun, was wir vermeintlich nicht in unseren Alltag quetschen können … Warum eigentlich fragt sich unsere Autorin Nicole Konrad

In meiner Kindheit begleitete mich die Geschichte von „Momo“, ein Roman von Michael Ende. Sie handelt davon, dass die Menschen Zeit sparen und dieses Guthaben bei den „grauen Herren“ auf Zeitsparkonten anlegen. Versprochen wird den Sparern ein „Mehr“ an Zeit in der Zukunft. Errechnet wird, wie unglaublich viel Zeit jeder sammeln kann, wenn denn nur die alltäglichen Dinge schneller erledigt werden. Einspar-Möglichkeiten sind zum Beispiel die „unnötigen“ Gespräche mit Kunden und Nachbarn, die Stunden des Muüßiggangs und das Spielen mit Kindern.

Unwiederbringlich verlorene Momente

Fast alle Menschen verfallen den Versprechungen der grauen Herren und lassen sich darauf ein, Zeit zu sparen, um diese später nutzen zu können. Natürlich führt das dazu, dass niemand mehr Zeit zur Verfügung hat, sondern jeder nur noch schneller durch das Leben hetzt. Nicht erkennend, dass die „gesparte Zeit“ nicht existiert, und dass alle nicht genutzten Momente unwiederbringlich verloren sind.

Erinnerst du dich noch, wie du als Kind Zeit wahrgenommen hast? Für mich ging sie nicht vorbei, alles dauerte ewig. Bis endlich Weihnachten war – eine Unendlichkeit. Ich weiß noch, dass ich darüber nachdachte, was die Erwachsenen damit meinten, als sie am Silvesterabend einhellig erklärten, dass das gerade vergangene Jahr so schnell vorbei gegangen sei.

Später, später, nur nicht heute …

Einige Jahre später rennt auch meine Zeit. Ich ertappe mich dabei, Zeit sparen zu wollen. Ich tue verschiedene Dinge zur gleichen Zeit, um schneller zu sein. Ich plane und organisiere und höre mich immer wieder denken: Das mache ich später, wenn ich Zeit habe. Zum Glück war Momo ein praägender Begleiter meiner Jugend, so dass sol- che Sätze hin und wieder in mir nachklingen und mich ermahnen, zu hinterfragen. Wie ich lebe und ob diese Erfahrung von Zeit richtig ist.

Zeit und der Umgang damit ist ein spannendes Thema und sicherlich eine unserer groößten spirituellen Baustellen. Wir organisieren und strukturieren unsere Tage – und wehe wenn es anders kommt, als gedacht. Schnell stößt man an seine Flexibilitätsgrenzen. Muürrisch versucht man, an den Plaänen festzuhalten und kaämpft mit den tatsaäch- lichen Entwicklungen. Dabei ist man unfaähig zu erkennen, dass sich vielleicht gerade eine andere, nicht unbedingt schlechtere Option entwickelt. Wir neigen dazu, die Dinge doch genau so haben zu wollen, wie wir sie geplant hatten.

Nie der richtige Augenblick

Statt im jetzigen Augenblick zu sein, sind unsere Gedanken oft mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt. Unser Geist kreist um alte Ereignisse. Wir fragen uns, was wäre gewesen wenn. Oder malen uns die Zukunft in allen möglichen Facetten aus. Was könnte nicht alles passieren – wir planen und sorgen uns unermüdlich.

Ein weiterer Aspekt der Zeit: Wir verschieben Dinge, die wir tun wollen, auf später. Oftmals liegt es nicht an der Zeit, die wir vermeintlich nicht haben, sondern daran, dass wir ein Erleben und Zulassen des Wunsches an Bedingungen knüpfen. Dies entspringt unseren Vorstellungen, dass für unser Glück oder für den perfekten Moment immer noch was fehlt. Und solange dieses Etwas nicht da ist, ist Erfüllung nicht möglich.

Der perfekte Moment

Die spirituelle Wahrheit: Es gibt nur das JETZT! Diesen einen Augenblick, diesen einen Atemzug. Das Alte ist vergangen, nur noch Erinnerung, das Neue noch nicht da und reine Fantasie. So, wie der jetzige Moment sich entfaltet, ist er genau richtig – mit all seinen Unvollkommenheiten. Es geht nicht darum, auf die Perfektion zu warten, die unser Geist entwirft. Vielmehr lautet die Frage, ob es uns gelingt, präsent zu sein, also jetzt und hier mit Aufrichtigkeit teilzuhaben. Wie auch immer sich dieser Moment entfalten mag. Denn unser Leben findet nur in der Gegenwärtigkeit statt – die vielen Momente des JETZT machen das Leben aus!

Link zur PDF: Yoga Deutschland Nr. 12 Ausgabe März/April 2015 

Nicole Konrad liebt es, „Zeit zu sparen“ – und muss immer wieder lächeln, wenn sie bemerkt, dass sie gerade in das „Zeitsparkonto“ investiert, welches die denkbar schlechteste Verzinsung bietet. Yoga und Meditation helfen ihr, im Hier und Jetzt zu sein. Unsere Autorin leitet das Yogazentrum Openlotus in Köln (www.openlotus.de).

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Yoga Deutschland 10/2014

Yoga Deutschland - Titelbild

Teil 2 der Meditationsserie: Im Rhythmus des Lebens tanzen – von Nicole Konrad

Wo ist eigentlich diese verflixte „Mitte“, von der beim Meditieren immer die Rede ist? Wie wir unseren Monkey-Mind besänftigen, die eigene Musik erklingen lassen und das Sein im Moment erreichen.


Yoga Deutschland – Nov./Dez. 2014

Im Rhythmus des Lebens tanzen

von Nicole Konrad

Wo ist eigentlich diese verflixte „Mitte“ von der beim Meditieren immer die Rede ist? Wie wir unseren Monkey-Mind besänftigen, die eigene Musik erklingen lassen und das Sein im Moment erreichen, weiß unsere Autorin Nicole Konrad.

Da gibt es diese eine Legende von Buddha: Eines Tages saß er am Ufer eines Flusses und meditierte. In einem vorbeifahrenden Boot unterhielt sich ein Mann mit seinem Sohn und Buddha vernahm das Gespräch der beiden. Der Vater erklärte seinem Kind, wie man ein Saiteninstrument spielt: „Weißt du, wenn die Saiten zu stramm gespannt sind, werden sie reißen. Sind sie aber zu locker, wird kein Ton erklingen.“ Diese Geschichte steht sinnbildlich für die innere Haltung, die wir beim Meditieren kultivieren sollten: Konzentration ohne Zwang und Hingabe ohne Abschweifen.
Das schreibt sich leicht und hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Doch wie können wir diese Aufgabe meistern? Die Antwort: Mit Achtsamkeit und beständigem Üben des Gewahrseins – Augenblick für Augenblick. In der Yoga-Philosophie gibt es verschiedene Vorschläge für die Frage nach dem „Wie“. In einem sehr bekannten klassischen Text des Yoga, dem Yoga-Sutra des Patanjali, werden vier Schritte der Meditation beschrieben:

  • Pratyahara – Zurückziehen der eigenen Sinne
  • Dharana – Konzentration auf einen Gegenstand oder ein Objekt
  • Dhyana – Verschmelzen mit dem Meditationsgegenstand
  • Samadhi  – Vollkommenheit oder Vereinigung

Nicht den Affen machen

Pratyahara beschreibt die Phase des Sich-Sammelns und das Zur-Ruhe-kommen. Wenn wir mit der eigentlichen Meditationspraxis beginnen, werden wir oftmals einen sehr sprunghaften Geist wahrnehmen: Von Gedanken zu Gedanken hüpfend wie ein kleines Äffchen, rastlos und unstet. Nicht umsonst wird hier gerne der englische Begriff „monkey-mind“ verwendet. Die Praxis beginnt damit, die Gedanken auf einen Meditationsgegenstand zu richten. Das kann zum Beispiel der eigene Atemrhythmus sein. Zunächst mag das langweilig klingen, trotzdem gibt’s viel zu entdecken: Ein- und Ausatmung, die Pausen dazwischen, wie bewegt der Atem den Körper oder die sanften  Geräusche der Atmung. Doch schon dieser Schritt verlangt nach einem „Weg der Mitte“, von dem auch die kleine Geschichte mit dem Saiteninstrument erzählt.

Der Intellekt mag sich mit dem Atem beschäftigen und ihn analysieren. Zum Beispiel kann ich beobachten, dass die Einatmung länger ist als die Ausatmung und vielleicht taucht die Frage auf, warum das so ist. Schon denke ich wieder, analysiere und beurteile und schweife damit von der Erfahrung in genau diesem Moment ab. Auch ist es möglich, dass der beständige Atemrhythmus einschläfernd wirkt und alle Konzentration entschwindet, ich werde nachlässig. Das ist der Moment, an den ich mich erinnern kann, dass auf meinem Instrument gerade kein Ton erklingt – die Saiten sind einfach zu schlaff.

Einen freien Geist entwickeln

Sobald es gelungen ist, den Meditationsgegenstand fortwährend zu beobachten, folgt als nächster Schritt Dharana, die vollständige Konzentration auf dieses eine Objekt. Unser Geist soll hierbei vollkommen zielgerichtet sein. Dazu ein Beispiel aus der Physik: Licht wird, indem es gebündelt wird, zum Laser. Die Kraft des Lichts ist dann bekanntlich so stark, dass es sogar dickes Metall schneiden kann. Ähnlich verhält es sich mit unserem Geist. Gelingt es uns, die Kraft des Geistes zu verstärken und zu zentrieren, können wir den Geist als ein Werkzeug einsetzen. Statt unter der Sprunghaftigkeit des eigenen Geistes zu leiden, kann er zu einem Mittel der Freiheit werden – oder eben zu einem Instrument, auf dem wundervolle Musik erklingt.

Die Stille in sich entdecken

Die letzten beiden Schritte, die das Yoga-Sutra beschreibt, sind Dhyana und Samadhi. Diese können wir nicht bewusst üben, sie geschehen von selbst. Nämlich sobald es uns gelungen ist, den Geist in ausgeglichener Balance auf den Meditationsgegenstand auszurichten. Wenn wir tatsächlich im Augenblick verweilen – konzentriert, zielgerichtet, ununterbrochen (Dhyana) – dabei aber nicht fordernd oder verlangend, dann verschmelzen wir mit dem Moment und dem Objekt unseres Fokus. Gelingt dies, stellt sich perfekte Harmonie ein, oder in Yogasprache ausgedrückt: Samadhi.

Loslassen statt festhalten

Die beiden vorangegangen Schritte, Pratyahara und Dharana, sind also Mittel auf den Weg zu einem meditativen Zustand. Ist das Verschmelzen mit dem Meditationsgegenstand gelungen – oder anders ausgedrückt, ein Verweilen im Hier und Jetzt – ist ein meditativer Geist erreicht. An dieser Stelle muss man das Beobachten des Atems oder eines jeden anderen Meditationsgegenstandes loslassen.
Auch hierfür gibt es ein schönes Bild aus der buddhistischen Tradition: „Ein Floß ist gut, um einen Fluss zu überqueren. Bist du aber auf der anderen Seite angekommen, dann lass das Floß am Ufer liegen, statt es hinter dir her über Land zu ziehen“, soll Buddha gelehrt haben. Anders ausgedrückt: Alle Techniken sollen uns hinführen, unterstützen und den Weg bereiten. Sind wir jedoch angekommen, müssen wir sie gehen lassen.

Tatsächlich ist mir das selbst schon passiert. Während einer Meditation war nach einer Weile alles in mir friedlich und vollkommen. Kaum nahm ich diesen Zustand wahr, meldete sich mein Geist: Oh, da ist diese Stille, von der ich immer nur lese. Toll, davon will ich mehr … Aber, ich soll doch atmen! Schon war es vorbei – der denkende, beurteilende und verlangende Verstand war zurück und diese wundervolle Ruhe in mir war wieder dahin.

Das pure Sein zulassen

Auch das gehört zum Prozess der Meditationspraxis. Manchmal scheint man auf der Stelle zu treten oder schlimmer noch, Rückschritte zu machen. Selbst der erste Schritt der Meditationspraxis, das Sammeln, will nicht gelingen. Einatmen, Ausatmen, Einatmen … Und schon ist der Geist entwischt. Irgendwann fällt mir auf, dass ich bei Thema XY bin, dabei will ich doch meine Atmung beobachten. Wir können an dieser Stelle nichts anderes machen, als einfach immer wieder von Neuem zu beginnen. Wenn wir beispielsweise unsere Muskeln trainieren, um neuen Herausforderungen zu begegnen, werden diese mit der Zeit stärker und belastbarer. Das gleiche gilt für unseren Geist. Immer wieder neu zentrieren – das ist die Praxis, die den Weg bereitet. Achtung: Bemerke ich bei der Meditation, dass ich nach einem bestimmten Geisteszustand verlange und meine Praxis mache, um etwas Besonderes zu erreichen, sollte ich mich daran erinnern, was ich eigentlich gerade tue: Ich verlange, ich greife, ich stelle eine Bedingung.

Meditation zielt darauf ab, mich im „So-Sein“ zu schulen. Das bedeutet ein Ankommen im Augenblick. Ein Sein, so wie es ist, ohne Bedingungen an mich, an andere oder an die äußeren Umstände. Atmend, fließend, mit dem Rhythmus des Lebens tanzend. Selbst wenn die Praxis ein Beobachten des beständigen Abschweifens ist, ein Wahrnehmen der Sprunghaftigkeit des eigenen Geistes – letztlich haben wir uns selbst besser kennen gelernt und entdecken vielleicht Muster und Strukturen in uns, die wir verändern wollen. Das allein ist es schon wert. Und mit der Zeit werden wir beim Spielen unseres individuellen „Instruments“ Meister der Musik.


Nicole Konrad kennt den Monkey-Mind selbst zur Genüge. Ihr Rezept dagegen: Viel Yoga, Meditation, Geduld und eine große Portion Nachsicht mit sich selbst. Mehr Infos unter www.openlotus.de.


Klassische Atemmeditation

Finde eine bequeme, sitzende Position.
Sollte dies im Sitzen nicht möglich sein, dann gerne auch liegend. Beobachte deinen natürlichen Atemrhythmus ohne Einfluss zu nehmen. Du kannst dafür eine bestimmte Stelle in deinem
Körper wählen. Den Brustkorb, der sich hebt und senkt. Die Nasenspitze, an der du das Vorbeiströmen des Atmens fühlst. Oder die Bauchdecke, die sich beständig im Atemrhythmus bewegt.

Richte möglichst alle Konzentration auf den gewählten Punkt in deinem Körper und auf den Fluss deines Atems. Finde eine innere Haltung von Ausgeglichenheit. Übe 5 bis 20 Minuten, gerne täglich. Diese Praxis sollte eine zentrierende und doch beruhigende Wirkung haben. Und noch etwas: Erfolg ist, wenn wir geübt haben, unabhängig vom Ergebnis!


Link zur PDF: Yoga Deutschland Nr. 10 – Ausgabe November/Dezember 2014

Link zu Teil 1 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad

Link zu Teil 3 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad

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Yoga Deutschland 09/2014

Yoga Deutschland - Titelbild

Teil 1 der Meditationsserie: Nicht-Denken ist nicht das Ziel – von Nicole Konrad

Link zur Veröffentlichung: Yoga Deutschland Nr. 9  · Ausgabe September/Oktober 2014


 

Nicht-Denken ist nicht das Ziel

Achtsamkeitspraxis ist ansteckend – schließlich lässt uns das Meditations-Virus nicht mehr los, wenn man einmal entdeckt hat, was Gegenwärtigkeit mit den eigenen Gedanken macht – auch nachdem das Sitzkissen weggeräumt ist.

Zuletzt rief jemand in meiner Yogaschule an, um sich über Yoga zu informieren. Er sagte, er wolle sich von seinen Rückenschmerzen befreien. Andere Sportarten wolle er nicht mehr machen, da er immer zu viel Ehrgeiz entwickelt und Sport für ihn immer in einer Art Wettkampf endet. „Deswegen möchte ich Yoga probieren. Da gibt es so was wie einen Wettkampf doch nicht, oder?“ Der Anrufer hatte recht – und auch wieder nicht. Ja, beim Yoga geht es nicht um die Frage, wer besser ist. Und nein, denn seinen „Kopf“ bringt er natürlich auf die Yogamatte mit. Wer auch immer wir sind, unsere Muster, Sorgen, Freuden und Ängste begleiten uns überall hin. Vollkommen unabhängig davon, womit wir uns gerade beschäftigen oder welche Sportart wir üben. Das, was den Unterschied macht, ist die Gegenwärtigkeit und Achtsamkeit in jedem Augenblick.

Genau das ist eine Definition von Meditation: Bewusstheit in jedem Moment, Atemzug für Atemzug. Ruhig auf einem Kissen sitzen und atmen – dieses Bild assoziieren die meisten mit Meditation. Hat man dies selbst auch nur einmal kurz ausprobiert, hat man es womöglich geschafft einfach nur still zu sitzen. Aber die Gedanken waren alles andere als ein „ruhiges Verweilen im Augenblick“. Vielmehr wird man beobachten, wie rastlos der unablässig denkende Geist ist. Selbst das Sitzen kann eine große Herausforderung sein. Meldet sich doch prompt ein juckender Arm oder ein eingeschlafenes Bein. Und das Bedürfnis, sich zu bewegen, wird nahezu übermächtig. Stellt sich die Frage: Geht es beim Meditieren einfach nur ums stille Sitzen oder darum, die Gedanken anzuhalten? Die allererste gute Nachricht: Nicht-Denken ist nicht das Ziel. Meditation möchte uns schulen, gegenwärtig im Augenblick zu sein oder – anders ausgedrückt – im beständigen Fluss des Wandels zu verweilen. Zuerst  beobachten wir beim Meditieren den immerwährenden Gedankenfluss. Ein Gedanke taucht nach dem anderen auf, eine Idee führt zur nächsten.

Viele Meditationstechniken schlagen als Konzentrations-Anker den eigenen Atemrhythmus vor. Beobachtet man diesen, mag beispielhaft Folgendes passieren: Ein Auto fährt hörbar vorbei und schon schweifen die Gedanken ab. „Wann habe ich eigentlich mein Auto getankt? Gleich, wenn ich unterwegs bin, kann ich das erledigen. Ach, neben der Tankstelle ist der Supermarkt. Da kann ich die Tomaten kaufen, die ich heute morgen vergessen habe …“ Irgendwann erinnert man sich, was man eigentlich gerade tut: „Ach ja, der Atem, ich bin abgeschweift, also gut, einatmen, ausatmen …“ Und wenig später ist der Geist wieder mit etwas anderem beschäftigt und ersinnt eine weitere Kette von Gedanken. Man mag nun frustriert schlussfolgern, dass Meditation mit diesem Geist wirklich nicht möglich ist. Es schier unmöglich scheint, auch nur eine Minute konzentriert zu bleiben. Ich selbst wunderte mich anfangs, ob ich mit dieser Erfahrung alleine bin. Schien es doch so, dass meine Mit-Meditierenden gelassen da saßen und offenbar ruhig mit ihrem Geist verweilten, während mein Geist ständig abschweifte und mit mir einen inneren Dialog hielt.

Die zweite gute Nachricht: Diese Erfahrung machen fast alle Meditations-Neulinge. Dann hilft es, sich selbst einzugestehen, wie rastlos der Geist ist und wie wenig Einfluss wir auf das haben, was sich im Kopf abspielt. Wir alle haben einen solchen Geist, der – zumindest zu Beginn – sprunghaft und vollkommen undiszipliniert ist. Und genau mit diesem Geist beginnt die Praxis. Jetzt und hier. Dazu brauchen wir keine besonderen Lebensumstände, wir dürfen gestresst und sorgenvoll sein, Kummer haben oder knapp an Zeit sein. Denn die Praxis beginnt aufrichtig mit dem Anerkennen des Augenblicks. Der Freuden wie auch der Schatten. Der Wünsche und Ablehnungen. Der Ambitionen und Überzeugungen. Und mit dem Erkennen der unzähligen Selbstbilder. Meditieren ist eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst. Nur wenn ich mich selbst kenne, kann ich mittelfristig Veränderungen erreichen. Viele unserer Gedanken können als Pläne identifiziert werden. Wann immer diese auftauchen – wie in dem oben genannten Beispiel, die vom Auto zu den Tomaten führten – kann man innehalten. Sich sagen, „ich plane, ich plane“ und zurückkehren zu dem, was als Fokus gewählt wurde. Sehr häufig werden Gedanken aufsteigen, die tiefer reichen und mit Emotionen oder Bildern behaftet sind. Um sich diese bewusst zu machen, helfen die sogenannten fünf Kleshas weiter, die in der Yoga-Philosophie als die „den Geist trübende Leidenschaften“ benannt werden: Avidya (Unwissenheit), Asmita (Identifizierung), Raga (Wunsch), Dvesha (Ablehnung), Abhinivesha (Furcht). Das Erstaunliche an den Kleshas: Die Beobachtung der eigenen Denkvorgänge wird einen erkennen lassen, dass überwiegend einer dieser Punkte die Gedanken beherrscht.

Avidya kann als das Ergebnis aller bislang angehäuften Erfahrungen erklärt werden. Damit ist gemeint, dass man in einer bestimmten Situation auf eine bestimmte Art reagiert hat. Bei der Wiederholung einer ähnlichen Situation wird man wahrscheinlich gleich handeln. Statt zu bemerken, dass dies ein neuer Moment mit anderen Umständen ist, fällen wir Urteile und Bewertungen aufgrund alter Strukturen und Erfahrungen. Anstatt offen zu sein für genau diesen Augenblick. Ein einfaches Beispiel: Als Kind habe ich mich eines Abends an dem bis dato heiß geliebten Schafskäse übergegessen. Die folgende Nacht verbrachte ich mich übergebend. Das Ergebnis: Ich mochte diesen Käse nicht einmal mehr riechen. Schon der Anblick erzeugte „Fluchtreflexe“ in mir und ich brauchte Jahre und viele Versuche mit kleinen Mengen Käse, bis dieses Lebensmittel wieder auf meiner Speisekarte Platz fand. Ich musste meinem Körper beibringen, dass dieser Käse nicht generell „giftig oder schädlich“ für mich war, sondern dass diese eine Erfahrung eine Ausnahme darstellte. Zugegeben, es spielt keine größere Rolle, ob ein Lebensmittel mehr oder weniger gemocht wird oder nicht. Doch was ist mit unseren inneren Verletzungen und unzähligen Prägungen? Möglicherweise hatte ich eine schlechte Erfahrung in einer meiner vorangegangenen Beziehungen. Bei der Wiederholung einer ähnlich gelagerten Situation werde ich unbewusst erwarten, dass diesmal genau das Gleiche geschieht. Jedoch ist es eine andere Situation, ein anderer Kontext, andere handelnde Personen, ein vollkommen neuer Moment. Gelingt es mir hingegen, gegenwärtig zu sein, fällt mir möglicherweise auf, dass ich eine „alte“ Meinung abrufe. Und an dieser Stelle kann ich zumindest hinterfragen, ob dem wirklich so ist oder ob ich nur eine Erinnerung abrufe, anstatt jetzt und hier offen zu sein für genau diesen Augenblick. Lässt man sich darauf ein, wird man überrascht sein, was für spannende, neue Geschmacksrichtungen das Leben zaubert – auch wenn es die alt bekannten Zutaten zum Kochen benutzt.

Asmita beschreibt alle Belange, die mit Selbstidentifizierung zu tun haben, welche sich sowohl in Selbstbezogenheit als auch – auf der anderen Seite des Spektrums – in Minderwertigkeit äußern können. Zu bemerken, dass man immer der Beste sein möchte, Wettkämpfe sucht und äußere Bestätigung verlangt, sind Anzeichen dafür, dass man in diesem Augenblick in selbstzentrierter Identifikation verhaftet ist.

Raga kann als Begierde verstanden werden – dem Wunsch, immer mehr haben zu wollen. Natürlich kann sich dieses Verlangen in der Anhäufung oder dem Begehren von materiellen Gütern zeigen. Jedoch auch in der Idee, dass mit dem, was man hat, Bestimmtes nicht erreicht werden kann oder nicht möglich ist. Es sind diese Wenn- Dann-Gedanken und Bedingungen, die gestellt werden: Wenn ich nur diesen anderen Job hätte, dann… Mit diesem Kleidungsstück würde ich mich schön finden… Meist steht jedoch das Objekt der Begierde nicht zwischen uns und dem Glück. Wie oft hat man sich eine neue Hose oder Jacke „gegönnt“ und fand sich letztlich doch nicht schön? Unzählige Male. Und immer wieder fällt man darauf rein und glaubt, dass dieses eine Objekt der Begierde noch fehlt – sei es Kleidung, Erfolg, eine andere Wohnung, ein anderer Partner oder eine weitere Fähigkeit. Und dann endlich wäre alles vollkommen. Leider funktioniert das so nicht. Begehren kennt kein Ende. Es sei denn, ich entdecke in mir das, wonach ich tatsächlich verlange. Oft ist es Anerkennung, der Wunsch, etwas Besonderes zu sein, das Bedürfnis, sich zu belohnen oder eine Ersatzbefriedigung zu schaffen. Erkennt man die wahre Motivation hinter dem Wunsch, zerplatzt das Begehren. Man erkennt, dass auch die zehnte Hose nicht schöner macht. Es sei denn, es gelingt, sich aufrichtig anzunehmen und selbst zu lieben.

Dvesha ist das Gegenteil von Raga und bedeutet Ablehnung. Während der Meditation wird man dauernd mit Ablehnung konfrontiert. Während ich versuche, konzentriert ein- und auszuatmen, macht der Nachbar mit seiner Bohrmaschine Krach. Nicht, dass es sowieso schon schwer genug ist sich zu konzentrieren. Der Lärm reißt einen vollends aus der Stille und macht Versenkung unmöglich. Aber was wäre, wenn ich in einem ruhigen Raum üben würde, kein Geräusch zu mir dringt und mich nichts ablenkt? Umso „lauter“ hörte ich meinen Geist, meinen inneren Dialog. Der  „innere Lärm“ kann erheblich lauter sein als alles, was von außen zu uns dringt. Meditation versucht zu lehren, mit dem zu bleiben, was ist. Ob laut oder leise, angenehm oder unangenehm. Ich habe die Möglichkeit, trotzdem in mir Stille zu finden. Es geht um die Akzeptanz der Dinge, die ich nicht verändern kann. Egal, ob die Sonne scheint oder ein Regentag wartet – ich kann dem Morgen freudig begegnen.

Das letzte Klesha ist Abhinivesha, jede Form von Furcht. Besonders beim geistigen Planen werden wir dieser Angst begegnen. Gerade, wenn in uns der Wunsch nach einer Veränderung im Leben aufsteigt, gibt es den ewigen Pessimisten in uns. Dieser malt sich Szenarien aus, was passieren könnte und weswegen man es am besten gleich sein lassen sollte. Natürlich gibt es bei allem Risiken, die es zu berücksichtigen gilt. Gemeint ist nicht, sich Hals über Kopf in jedes Abenteuer zu stürzen. Doch sollte man sich immer hinterfragen, ob die Angst die Entscheidungen trifft. Denn sehr häufig ist es sogar „nur“ die Angst vor Veränderung. Wenn Meditation als Gegenwärtigkeit im Augenblick verstanden wird, stellt es eine Praxis dar, die uns dauerhaft begleiten kann. Übe ich gerade Yoga, erkenne ich vielleicht, wie der „alte Freund“ Ehrgeiz auftaucht und versucht, mich anzustacheln. Statt wie gewohnt im Wettkampf zu enden, kann ich – sobald es mir auffällt – innehalten und versuchen, diesem Muster nicht nachzugeben und mich stattdessen in Geduld, Akzeptanz und Selbstliebe üben. Ich kann mich fragen, warum dieser Wunsch in mir besteht, immer der oder die Beste sein zu wollen. Wem will ich etwas beweisen? Bin ich mir selbst nicht genug? War ich meinen Eltern nie genug? Habe ich das Gefühl, sonst nicht gesehen zu werden? Die Motivationen können vielschichtig sein und bedürfen einer vorurteilsfreien Begegnung mit dem eigenen Selbst. Achtsamkeitspraxis kann somit zum dauerhaften Begleiter werden.

Meditation ist Gegenwärtigkeit, von Augenblick zu Augenblick. Atemzug für Atemzug, Schritt für Schritt. Ich darf nicht den Berg sehen, den ich erklimmen soll, sondern immer diesen einen Moment, den jetzigen Schritt. Stelle ich mir die Aufgabe, von nun an für immer achtsam zu sein, ist das Unterfangen schon zum Scheitern verurteilt. Unzählige Male wird man abschweifen und sich ablenken lassen. Aber mit der Zeit gelingt das Meditieren besser: So wie man einen Muskel trainiert, wird es gelingen, auch besser mit dem Geist und dem eigenen Selbst zu sein. Die Was-denke-ich-Meditation Setze oder lege dich bequem hin und beobachte deinen Atem. Sobald Gedanken auftauchen, benenne ihre Qualität statt mit ihnen abzuschweifen: „Ich plane, ich plane.“ „Ich höre, ich höre.“ „Ich urteile, ich urteile.“ „Ich fühle, ich fühle.“ Danach kehre zu deinem Atem zurück. Übe dies gerne täglich für etwa 15 Minuten.

Tipp: Stelle Dir dabei unbedingt einen Timer, damit dein Geist nicht mit der Frage beschäftigt ist, ob die Zeit schon verstrichen ist.

Link zu Teil 2 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad

Link zu Teil 3 der Meditationsreihe mit Nicole Konrad


NICOLE KONRAD

Auch für die Yogalehrerin ist Meditation eine alles andere als einfache Praxis. Aber egal, „Atemzug für Atemzug einfach das Beste versuchen“ – das ist ihr Motto. Mehr zu ihr und ihrem Kölner Yogastudio unter www.openlotus.de.

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Yoga Deutschland 03/2014

Nicole Konrad ist Autorin für Yoga Deutschland

Ein Interview mit Sianna Sherman – von Nicole Konrad, Openlotus Köln, (Yoga Deutschland 03/2014)


YD: J2014 tourst Du mit folgendem Thema: Manifestiere deine Träume, aktiviere deinen Seelenzweck – was wirst Du unterrichten?

Ich unterrichte die Kraft des Yoga. Yoga hat das Potenzial, jeden Teil deines Lebens zu verwandeln, dich zu stärken und deine Kreativität zu entfesseln. Meine Absicht ist es, Menschen zu zeigen, wie die Alchemie des Yoga wirkt – durch die Praxis von Asana, Mantra, Meditation, Pranayama, Chants und Mythologie. Ich lehre die Menschen, wie sie sich ihren Herausforderungen stellen, statt sie abzulehnen, und die Herausforderung des Lebens als Teil ihrer Reise anzusehen. Ich lehre den Weg des Tantra, der jeden Teil der eigenen Erfahrung wertschätzt und aufzeigt, wie man die begrenzte Perspektive erweitern kann. Dieses Leben kann ein Win-Win-Paradigma sein, wir alle durchleben dies. Es geht darum, über uns selbst hinaus zu wachsen. Es ist notwendig, sich von innen zu verwandeln. Wenn wir uns ändern, dann kann sich auch die Welt ändern.               

YD: Was ist deiner Meinung nach das größte Geschenk des Yoga?

Sianna ShermanDas größte Geschenk ist die Macht der Wahrheit und der Liebe, die aus dem Zentrum meines Seins steigt. Es sind die Momente der Erkenntniss, dass ich die direkte Energiequelle bin und mein Wesen reine Freude ist. Als ich mit Meditation anfing, war ich 20 Jahre alt und wirklich unglücklich. Kurz nach der Meditation begann ich, das wahre Glück zu erleben und fasste den Mut, mein wahres Selbst zu sein. Eines der außergewöhnlichsten Geschenke des Yoga ist der Mut, meine eigene Authentizitt zu leben. Ich beobachte immer wieder, wie das in den Schülern geschieht. Nach und nach, Atemzug für Atemzug sieht man, wie das Bewusstsein wächst, wie der Geist klarer wird, der Körper vitaler und das Herz offener. Yoga Praktizierende leuchten von innen. Es ist eine reale Sache, die passiert. Es ist das Wunder der Praxis und es passiert jedes Mal, wenn wir eine Verbindung zu unserem wahren Selbst herstellen.

Link zur Veröffentlichung: Yoga Deutschland – Ausgabe März 2014

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Yoga Deutschland 09/2013

Nicole Konrad Autorin

Interview mit der Mantra- und Kirtangruppe „The Love Keys“.

The Love Keys, eine deutsche Mantra- und Kirtangruppe, sind dieses Jahr mit Jai-Jagdeesh auf Deutschland-Tournee. Wer sie sind, was sie bewegt und wie sie arbeiten haben sie uns im Interview erzählt.

 

YD: Könnt Ihr Euch kurz vorstellen?

The Love Keys: Wir sind Ben und Aleah, The Love Keys. Wir singen Mantras und geben seit drei Jahren Kirtan in Deutschland und Europa. Wir haben uns vor vier Jahren durch und mit Musik kennen gelernt und leben seitdem unseren gemeinsamen Traum: Als musikalische Nomaden und Paar mit den Mantras durch die Welt zu ziehen.

 Jay-Jagdeesh: Ich bin Sängerin, Tänzerin und Yogalehrerin und alle Aspekte meiner Arbeit liebe ich. Ich fühle mich gesegnet, dass, was ich liebe teilen und lehren zu können.

 

YD: Was wollt Ihr mit Eurer Arbeit erreichen?

The Love Keys: Wir wünschen uns, dass die Mantras die Menschen tief im Herzen berühren und bewegen. Wenn uns die Zuhörer sagen, dass sie mit unserer Musik Freude, Entspannung und Freiheit erfahren, fühlen wir uns in unserer Arbeit bestätigt.

Jay-Jagdeesh: Oh, in aller Kürze: Friede und Freude. Diese beiden Aspekte bringen tiefe Heilung. Das mag sich ein wenig zu einfach anhören, aber für mich ist es der Antrieb meiner Arbeit. Zuletzt, auf einem Retreat, welches ich in Mexiko geleitet habe, habe ich alle Teilnehmer gefragt, warum sie hier sind. Als ich an der Reihe war zu antworten, sagte ich, dass meine Seele danach verlangt, mit dem Klang der Erde zu klingen. So hatte ich es noch nie zuvor ausgedrückt, aber es ist absolut wahr. Als Sängerin möchte ich, dass die Musik, die ich schaffe, im Einklang mit der Welt entsteht. Ich möchte Klang kreieren, der heilt und uns hilft, eine höhere Ebene zu erreichen. Und natürlich die Freude, die darf man nicht vergessen, sie ist sehr wichtig!

 

YD: Ihr befindet Euch gerade zusammen auf Deutschland-Tournee. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

The Love Keys: Durch eine Freundin erfuhren wir, das Jai-Jagdeesh plante, im September nach Deutschland zu kommen. Ich Fragte Jay einfach, ob sie mit uns touren wolle. Sie gehört zu meinen Lieblingsmantrasängerinnen und wir merkten bald, dass wir super zusammenpassen. Als ich ihre CD ”I am Thine“ vor ca. 2 Jahren das erste Mal hörte und unsere CD ”Blessings“ in einem Laden nebeneinander stehen sah, hätte ich im Traum nicht daran gedacht, eines Tages mit ihr zu touren, aber Gott sei Dank erfüllt sich immer das, was für uns bestimmt ist.

Jay-Jagdeesh: Ja, es war Magie. Nachdem wir lange miteinander gesprochen hatten war klar, dass wir zusammen auf Tournee gehen. Wir entschieden, meine gute Freundin und unglaubliche Tabla-Spielerin Sukmani – sie ist ein Rock-Star in ihrem Metier – mitzunehmen. Schneller als wir uns versahen stand alles, ich freue mich sehr darauf.

 

YD: Was erlebt man, wenn man zu einem Eurer Konzerte kommt?

The Love Keys: Die Mantras, die wir chanten reichen von verträumt ruhig bis exstatisch wild. Man kann sich total fallen lassen und voll aus sich rausgehen. Mantras können sehr kraftvoll sein und vieles bewegen.

Jay-Jagdeesh: Hingabe, Göttlichkeit und pure Liebe. Meditation, ob sie nun still ist oder gesungen praktiziert wird, hat eine unglaubliche Kraft. Man kann viel Liebe und Raum schaffen, und das werden wir tun.

Link zur Veröffentlichung: Yoga Deutschland Ausgabe September 2013

Weitere Infos gibt es auf: thelovekeys. De und jaijagdeesh.com


Nicole Konrad leitet das Yogazentrum Openlotus in Köln. Dort führt sie regelmäßig alle Ausbildungsmodule des Anusara Yoga durch und lädt viele international renommierte Yogalehrer zu Gast ein.

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Yoga aktuell 03/2012

Interview mit Carlos Pomeda: „Handeln aus höherer Perspektive“.

Der renommierte Yogalehrer ist intensiv mit der Bhagavad-Gita vertraut. Er erläutert die zentralen Lehren dieser wichtigen yogischen Schrift und widerlegt damit einige gängige Interpretationen

Link zur PDF: Interview Carlos Pomeda

Link zur ursprünglichen Veröffentlichung: Yoga aktuell – Ausgabe 3/2012


Carlos Pomeda ist ein international bekannter Yogalehrer, der die philosophischen Lehren Indiens tief durchdrungen hat. Der gebürtige Spanier lebte lange Zeit in Indien, u.a. neun Jahre lang im Siddha-Yoga-Ashram bei Swami Muktananda und Gurumayi Chidvilasananda, und war 18 Jahre lang Mönch des Sarasvati-Ordens. Heute ist er mit seiner Frau in Texas ansässig, gibt jedoch weltweit Workshops. Pomeda hat einen Mastertitel in Sanskrit von der UC Berkeley und einen Master in Religionswissenschaften von der UC Santa Barbara. Kürzlich brachte er die 6-teilige DVD-Reihe „The Wisdom of Yoga“ heraus. YOGA AKTUELL sprach mit ihm über die zeitlosen oder vielleicht sogar in unseren Tagen besonders relevanten Lehren der Bhagavad-Gita.

»Für mich geht es bei Ahimsa also darum, den Schaden so gering wie möglich zu halten, und wenn sich uns in diesem Zusammenhang Fragen stellen, müssen wir uns auf unsere eigene innere Weisheit einstimmen. An diesem Punkt kommen Yoga und Meditation zum Zuge.«

YOGA AKTUELL: Die Bhagavad-Gita gehört zu den bekanntesten philosophischen Texten überhaupt. Wann ist sie entstanden?

Carlos Pomeda: Der Text entstand wahrscheinlich im Verlauf eines größeren Zeitraums und wurde zunächst mündlich überliefert. Die meisten Gelehrten datieren ihn auf das dritte bis zweite Jahrhundert v. Chr. Die Gita ist also ziemlich alt, und doch ist sie zugleich in ihren Lehren modern und hat für uns heute immer noch Bedeutung. Die Grundstimmung, die sie zum Ausdruck bringt, ist sehr demokratisch; Frauen haben in der Yogapraxis genauso ihren Platz wie Männer, und alle sozialen Schichten werden berücksichtigt. Das alles macht sie auch heute so relevant.

YA: Vor welchem Hintergrund sind die Lehren der Bhagavad-Gita angesiedelt?

Der Hintergrund, vor dem sie spielt, macht die Gita einzigartig. All die Lehren, die Krshna darin vorträgt, stehen im Kontext eines Krieges. Normalerweise trägt sich der in Yogatexten wiedergegebene Dialog zwischen Lehrer und Schüler in einer friedlichen Umgebung, beispielsweise in einem Ashram irgendwo im Wald oder in einem anderen ruhigen Umfeld, zu. Aber die Gita ist inmitten eines Kampfes angesiedelt. Ich glaube, dieser Hintergrund macht sie dramatischer und auch aussagekräftiger und relevanter für uns. Die meisten von uns leben ja schließlich ein Leben, in dem nicht alles ruhig und friedlich ist. Wir werden mit Herausforderungen und Konflikten konfrontiert, und dadurch haben wir einen Bezug zu diesen Lehren. Es handelt sich dabei nicht um Theorie, sondern die Lehren der Gita versuchen praktische Antworten zu geben, wie man leben soll.

YA: Sie meinen also, der Hintergrund der Gita wurde als Symbol für all die Kämpfe gewählt, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert werden?

Genau. Die meisten Historiker nehmen an, dass sich der Text auf ein tatsächliches geschichtliches Ereignis beziehen muss, obwohl es dafür keine konkreten archäologischen Belege gibt. Der in der Gita beschriebene Kampf ist eine Fehde zwischen zwei Gruppierungen aus derselben Familie, was zahlreiche Interpretationen zulässt. Man kann es als Bild für den Unfrieden in der Welt sehen oder als Bild dafür, wie ein Yogi in der Welt leben kann, oder auch dafür, wie wir alle mit den Konflikten umgehen können, die wir in unserem eigenen Körper und unserem eigenen Leben vorfinden. Es geht auch darum, wie man mit Zweifeln klarkommt, um die Frage nach „richtig“ und „falsch“, um den Konflikt zwischen Wissen und Unwissen. Es geht um all die Dynamiken, die uns innewohnen, und die Gita gibt praktische Ratschläge, wie wir in den täglichen Kämpfen damit zurechtkommen.

YA: Welche Lehren bietet die Bhagavad-Gita genau an?

Die Gita ist ein Dialog zwischen den beiden Hauptcharakteren Arjuna und Krshna. Arjuna ist ein Mensch: ein Held, ein fähiger junger Mann, gebildet und erfolgreich. Doch er gerät in eine Situation, in der er von Zweifeln geplagt wird und nicht weiß, wie er sich korrekt verhalten soll.

Er fragt sich, ob er kämpfen oder nicht kämpfen soll. Moralische Aspekte spielen hier eine Rolle. Einerseits weiß er, dass es seine Pflicht ist zu kämpfen, andererseits ist ihm bewusst, dass der Krieg zum Tod von Menschen führen wird, die seinen Respekt verdienen – Familienmitglieder, Lehrer und andere werden sterben. In seiner inneren Zerrissenheit steht Arjuna stellvertretend für alle Menschen. Der andere Protagonist ist Krshna, der die Lehren zur Verfügung stellt. Krshna ist die Manifestation des Göttlichen, ein Avatar, eine Inkarnation der Lehre. Er kam in die Welt, um der Negativität gegenüberzutreten. Auch dies ist wieder hochgradig symbolisch. Der Krieg kann als Kampf zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen betrachtet werden, und ist es nicht so, dass wir alle dies in unserem spirituellen Leben durchmachen? Jeden Tag ist es das Gleiche: Auf welche Stimme hören wir – auf die menschliche, die einfach nur reagieren möchte, oder vertrauen wir auf die göttliche Stimme, die aus einer höheren Perspektive zu uns spricht, aus dem Inneren unseres Herzens heraus?

In der Gita wendet sich Arjuna mit seinen Sorgen an Krshna. Dieser antwortet nicht auf direkte Weise, sondern hilft Arjuna, sein Bewusstsein auf eine Perspektive zu erheben, von der aus er selbst entscheiden kann. Dies ist eine schöne Metapher für den spirituellen Weg. Es geht nicht darum, blind den Anweisungen von jemand anderem zu folgen, sondern darum, die Wahrheit in sich selbst zu finden und eine tiefe Bewusstheit zu finden, zu der wir alle gelangen können. Darin liegt für mich die Kernaussage, die wichtigste Lehre der Gita.

YA: Warum konnte Arjuna den Kampf nicht vermeiden? Hätte er sich nicht einfach abwenden können?

In Kapitel 3 sagt Krshna sehr deutlich, dass man auch dann, wenn man sich entscheidet, nichts zu tun, eine Wahl trifft, nämlich die Wahl, nein zu sagen. Und auch dies ist eine Form des Handelns.

Wir kennen das aus eigener Erfahrung: Man geht z.B. die Straße entlang und sieht einen Obdachlosen, der bettelt. Man fragt sich: Soll ich ihm etwas geben oder nicht? Beide Entscheidungen sind Formen des Handelns. Und welche ist die richtige? Es ist nicht immer ganz klar. Ich erinnere mich daran, dass ich mal beobachtete, wie ein Bettler mit dem Geld, das er soeben bekommen hatte, ins nächste Geschäft ging und Alkohol kaufte. War es also richtig? Immer wieder stellt sich diese Frage. Das ist nur ein einfaches Beispiel, aber der Kampf kann auch hier nicht vermieden werden. Wir können ihn nicht vermeiden. Selbst wenn wir beschließen, nicht zu kämpfen, beziehen wir damit Position, und wir sind für jede Entscheidung, die wir treffen, verantwortlich, ob wir uns nun für Unterlassung oder Teilnahme entschieden haben. Die Lösung ist in diesem Fall nicht auf der geistigen Ebene zu suchen, auf der wir uns fragen „Soll ich oder soll ich nicht?“, sondern sie liegt in einer Transformation in uns, durch die wir zu einem höheren Bewusstseinszustand emporsteigen. Und hier kommt Yoga ins Spiel. Yoga hilft uns, uns mit dem Höchsten zu verbinden. Im Herzen von allem ist jedoch die Meditation, denn sie ist die Praxis, die uns mit unserer inneren Weisheit verbindet.

YA: Können wir ein vollkommen gewaltfreies Leben führen, in der yogischen Terminologie: ein Leben in Ahimsa?

Die Idee von Ahimsa ist im Yoga eine Schlüssellehre, die in allen Traditionen vorkommt. Ahimsa wird oft mit „Gewaltlosigkeit“ übersetzt, ist aber eigentlich ein „Nicht-Verletzen“, was einen ziemlichen Unterschied bedeutet. Wenn man z.B. sieht, dass jemand sich grundlegend falsch verhält, und nichts dagegen unternimmt, dann handelt man auf eine Weise, die dieser Person ermöglicht, ihr schlimmes Verhalten fortzusetzen. Man wird dadurch zu einer Art Komplize und wird auf gewisse Art selbst gewalttätig, weil man zulässt, dass die Gewalt weitergeht. Indem man dem Bösen nicht entgegentritt und die Konfrontation vermeidet, macht man sich schlussendlich zu einem Teil der Gewalt. Statt uns zu fragen, wie wir keine Gewalt ausüben, müssen wir uns also eher fragen, was den wenigsten Schaden für die Welt anrichtet. Wir können einen Schaden nie zu 100 % verhindern. Schon allein dadurch, dass wir leben, zerstören wir andere Lebensformen: Wir essen – wir zerstören Lebensformen, wir gehen – und wieder zerstören wir Lebensformen. Absolute Nicht-Gewalt ist in dieser Welt unmöglich. Aber wir können uns auf jeden Fall bemühen, so wenig Schaden wie nur möglich anzurichten.

YA: Gandhi hat oft auf die Bhagavad-Gita Bezug genommen, und er steht für den Weg der Gewaltlosigkeit. Wie passt das zusammen?

Ich bewundere, dass Gandhi das Nicht-Verletzen als Strategie eingeführt hat. Er versuchte, die Gewalt abzuwenden, um Veränderungen herbeizuführen. Das ist brillant. Ich stimme jedoch nicht mit ihm überein, dass dies ein Absolutum sein soll. Absolute Gewaltlosigkeit ist, wie gesagt, gar nicht möglich. Die Natur beinhaltet Konflikte, sie beinhaltet Gewalt, dies ist unumgänglich. Wie die Upanishaden sagen, ist alles, was existiert, Nahrung für etwas anderes. Die Natur ist auf ihre eigene Art gewalttätig. Für mich geht es bei Ahimsa also darum, den Schaden so gering wie möglich zu halten, und wenn sich uns in diesem Zusammenhang Fragen stellen, müssen wir uns auf unsere eigene innere Weisheit einstimmen. An diesem Punkt kommen Yoga und Meditation zum Zuge.

YA: Die Gita gibt drei Definitionen von Yoga: Sie unterscheidet Jnana-, Karma- und Bhakti-Yoga. Ich glaube, insbesondere der Begriff Karma-Yoga wird oft völlig missverstanden. Was ist Karma-Yoga Ihrer Ansicht nach?

Ich stimme zu, dass Karma-Yoga sehr oft falsch verstanden wird. Viele Leute haben die Vorstellung, dass es dabei um Dienen geht, und dass es sich um Karma-Yoga handelt, wenn man für seine Arbeit nicht bezahlt wird. Aber das ist nicht das, was die Gita sagt, besonders, wenn man Kapitel 2, Vers 47 und 48 liest, wo die erste Beschreibung von Karma-Yoga zu finden ist. Der Schlüssel zu Karma-Yoga ist ein höheres Bewusstsein. Wenn wir Freiheit von unseren Handlungen erreichen möchten, müssen wir uns wieder mit unserer inneren Weisheit verbinden und von diesem Ort höheren Gewahrseins aus handeln. Krshna sagt das in Vers 48 sehr klar: „Festige dich im Yoga, und dann vollziehe deine Taten.“

YA: Wie stellt man das an?

Mit Meditation: Hier beginnt das Praktizieren.

Verbinden Sie sich jeden Tag mit dem höheren Bewusstsein. Ich würde sagen, dass Meditation die hauptsächliche Praxis ist, aber auch jede andere Praxis, die Sie mit Ihrem höheren Selbst verbindet, ist ein Eintrittstor in den Karma-Yoga. In Kapitel 3 und 4 eröffnet uns die Gita eine weitere Option. Dort heißt es, Handeln ist eine Form des Dienens. Wieder geht es nicht darum, ob man dafür bezahlt wird oder nicht, sondern ausschlaggebend ist der Bewusstseinszustand, aus dem heraus man handelt: ob man tief mit der höheren Weisheit verbunden ist. Wenn wir dies erfüllen, bewirken wir in der Welt einen feinen Unterschied und finden zugleich innere Freiheit.

YA:Die Idee von „Gleichmütigkeit des Geistes“ könnte man im Sinne von „Was auch immer geschieht, ist gut“ auffassen. Ist das wirklich gemeint?

Oft wird es so erklärt, dass uns gleichgültig sein sollte, ob ein gutes oder ein schlechtes Resultat zustande kommt, aber das ist weder eine gute Interpretation noch eine gute Lehre: Wie können wir unserem Umfeld gegenüber oder angesichts des Leidens anderer gleichgültig sein? Vielmehr bedeutet es, dass wir, wenn wir aus einer höheren Perspektive handeln, mehr Gleichmut aufbringen, um Ergebnisse zu akzeptieren, die wir nicht ändern können. Yoga ist die Praxis der Zentrierung und ermöglicht, auch dann zentriert zu sein, wenn die Dinge nicht so laufen wie erwartet. Das ist mit „Gleichmütigkeit des Geistes“ gemeint: Kultiviere Zentrierung, und von dieser Warte aus kannst du Dinge hinnehmen, die du nicht ändern kannst.

YA: Wenn das Handeln Teil der spirituellen Praxis werden kann, ist dann die Idee hinter Karma-Yoga die, dass jeder Augenblick des Lebens zu einer spirituellen Praxis wird und diese nicht nur auf Yoga, Meditation o.Ä. beschränkt ist? Das klingt wie eine Option für Householder.

Exakt. Das ist etwas, was ich an der Gita liebe. Sie fordert uns nicht wie andere Texte dazu auf, der Welt zu entsagen und alles aufzugeben. Stattdessen gibt sie uns Lehren an die Hand, die zeigen, wie man besser leben und seine spirituelle Praxis in die Arbeit integrieren kann.

YA: Bhakti-Yoga wird in der Gita ebenfalls erläutert. Wie wird er definiert, und warum hat er so lange gebraucht, um sich zu entfalten?

Bhakti-Yoga unterscheidet sich sehr stark von jenem Yoga, der vor der Zeit der Gita existierte. Der vorher bekannte Typus von Yoga war eher im Sinne von Jnana-Yoga zu verstehen, in dem eigenes Streben, Meditation, Askese und Entsagung als Wege zur Freiheit gehandelt wurden. Bhakti-Yoga legt den Fokus hingegen auf Offenheit, Liebe, Hingabe und eine Verbundenheit

mit dem Göttlichen in jedem Moment. Die Idee von Bhakti-Yoga war eine sehr andersartige und neue Art der Praxis. Aus diesem Grund brauchte Bhakti-Yoga, historisch gesehen, so lange, um sich herauszukristallisieren. Bhakti-Yoga schließt alle sozialen Klassen und beide Geschlechter mit ein; auch das war revolutionär im Vergleich zu den traditionellen Lehren, die von Männern dominiert wurden.

YA: Insgesamt gibt es in der Gita, wie schon angesprochen, drei verschiedene Definitionen oder Arten von Yoga. Ist eine davon besser als die anderen?

Man könnte sagen, dass die drei verschiedenen Ansätze für drei verschiedene Typen von Leuten sind. Jnana-Yoga ist für den eher traditionellen Yogi geeignet, Karma-Yoga für aktive Personen und Bhakti-Yoga für „Herzensmenschen“, für emotionsbetonte Personen. Man könnte die Systeme aber auch als komplementär begreifen. Ich mag diese Lesart mehr: Während wir unsere Meditationspraxis entwickeln, können wir auch unser Herz entwickeln, und dann kann sich das in unseren Handlungen widerspiegeln – auf diese Weise integrieren wir alle Aspekte des Yoga.

YA: Wenn Sie nur ein paar wenige Sätze über die Gita sagen sollten, was würden Sie sagen? 

Am meisten gefällt mir die Transformation, die man bei Arjuna sieht. Er gerät vom Zweifel in die Depression, nicht zu wissen, was er tun soll, aber sobald er sich einer höheren Gnade öffnet, macht diese Depression den Weg frei für höhere Weisheit und Führung. Dies wiederum vermittelt ihm die Erfahrung des Göttlichen. In der Person des Arjuna zeigt sich die Transformation der dunklen Nacht der Seele zur höchstmöglichen Perspektive, und diese ist für jeden von uns möglich. Dies ist das Versprechen, das ich in der Gita sehe. 


Nicole Konrad leitet das Yoga- und Ayurvedazentrum Openlotus in Köln. Dort finden immer wieder Workshops zu bestimmten philosophischen sowie auch yoga-spezifischen Themen statt. Jedes Jahr starten Yogalehrerausbildungen unter ihrer Leitung. Internet: www.openlotus.de

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Yoga Journal 06/2011

Interview mit Guru Rattana –­ von Nicole Konrad, Openlotus Köln

Frauen müssen selbstbewusster werden!

Die erfolgreiche Buchautorin gilt als Spezialistin für Energiearbeit und Chakren und ist nach 30 Jahren Yoga-Erfahrung mittlerweile eine der bekanntesten Lehrerinnen für Kundalini Yoga weltweit. Ihre Vision: Eine Welt zu schaffen, die geprägt ist von Liebe und Klarheit. Im Rahmen einer Europatournee besuchte sie dieses Jahr zum ersten Mal Deutschland. Klar, dass sich YOGA JOURNAL die Chance nicht entgegen ließ, Guru Rattana ein paar Fragen zu stellen.


YogaJournal: In Ihren Zwanzigern und Dreißigern waren Sie als Akademikerin erfolgreich und lehrten an verschiedenen Universitäten. Damals beschäftigten Sie sich mit Fragen des Umweltschutzes und der Entwicklung. Glauben Sie also, dass die globalen Probleme auf politischer Ebenen gelöst werden können?

Guru Rattana: Probleme müssen auf politischer Ebene gelöst werden, aber die Menschen müssen sich ihrer bewusst sein. Wir versuchen uns oft an Teillösungen für unsere globalen Herausforderungen. Um zum Kern der Sache vorzudringen, müssen wir unsere Wahrnehmung der Realität erweitern. Wir glauben oft, dass unsere Probleme „äußere“ Gründe haben, und „äußere Lösungen“ gefragt sind. Wir sind uns nicht der „inneren“ Gründe für globale Probleme bewusst. Jedes Problem hat auch eine innere, spirituelle Komponente. Das müssen wir begreifen und entsprechend angehen. Im Idealfall sind die Leute, die politische Entscheidungen treffen, verbunden mit ihrer höheren Wahrnehmungsebene und haben Zugriff darauf. Sie sollten mit ihrem neutralen, meditativen Bewusstsein verbunden sein, das sie wiederum mit dem universellen Bewusstsein verbindet. Dann wüssten sie, was richtig und ehrlich ist, was Integrität ist, und sie würden für das Allgemeinwohl von uns allen arbeiten. Aber im Moment ist das nicht der Fall. Diesen Menschen geht es nur um Ego und Gier, und sie denken nur an Profit und Macht. Mit solch einer Einstellung kann die richtige Lösung nicht gefunden werden. Was passieren muss, ist eine Erweiterung des Bewusstseins. Die Menschen sind sehr oft überwältigt von den globalen Herausforderungen und fragen sich, was sie tun können. Man kann sich da schon mal machtlos fühlen und glauben, dass man als Individuum keinen Einfluss hat. Es ist daher äußerst wichtig zu begreifen, dass jede Person, die ihr Bewusstsein erweitert, auch das Bewusstsein der Masse verändert. Wenn Sie meditieren und mit diesem erweiterten Bewusstsein in die Arbeit gehen, Ihr Herz öffnen und den Menschen freundlich begegnen, machen Sie die Welt schon ein bisschen besser. Wenn Sie Ihr Leben so leben, verstärken Sie die positive Vibration des Planeten. Je mehr Menschen genau das tun und sich anderen in diesem Raum der Güte anschließen, desto mehr kann jede/r Einzelne dazu beitragen, ein Bewusstsein der Liebe statt der Angst zu erschaffen. Sie brauchen niemandem zu sagen, dass Sie meditieren, dass Sie spirituell praktizieren, aber man wird spüren, dass Sie gütig sind, allein dadurch können Sie schon etwas bewirken.

 

YJ: Glauben Sie, dass mittlerweile mehr Menschen durch ihre Praxis sich diesem höheren Bewusstsein anschließen und es unterstützen?

GR: Das Energielevel des Planeten ist im Moment wirklich hoch. Da passiert gerade eine Energieverschiebung. Wir sind viel empfänglicher für diese Frequenzen. Wenn Sie diese Energien in Ihrem Körper verankern, wirken Sie auch wie ein Anker und Anziehungspunkt dafür. Vor zehn Jahren war das noch anders: Wir mussten etwa sechs Stunden pro Tag meditieren, denn nach zwei Stunden waren wir ausgelaugt. Es war zu dunkel in der Welt, man musste meditieren um zu überleben.

 

YJ: Wie bewahren Sie sich ihre Offenheit? Wenn man sich öffnet, riskiert man ja, verletzt zu werden.

GR: Offenheit alleine ist falsch, da gibt es auch Einschränkungen. Offenheit ist gefährlich, vor allem für Frauen. Sie werden leicht benutzt und ausgesaugt. Frauen müssen Grenzen ziehen. Fühlen Sie Ihre Haut, spüren Sie die Energie in Ihrem Körper, lassen Sie Ihren strahlenden Körper wachsen und nehmen Sie ihn dann wieder zurück. Je mehr Sie in Ihrem Körper sind, in Ihren unteren Chakras, in Ihren Beinden und Füßen, desto mehr tragen Sie das Licht in sich. Sie können durch die Welt gehen in dem spürbaren Wissen, dass niemand Ihnen etwas anhaben kann. Es ist von größter Bedeutung, dass Sie Ihren Raum einnehmen, denn dann können Sie die Sicherheit in sich selbst fnden und benötigen nichts von außen. Sie können einfach Sie selbst sein, Ihr Frau-Sein, Ihr göttliches Selbst, und Ihr Leben genießen.

 

YJ: Worüber müssen sich Frauen Ihrer Meinung nach bewusst werden?

GR: Das größte Problem ist, dass Frauen glauben, sie seien geschlechtslose Personen. Sie sind aber keine Personen, sondern Frauen. Wenn eine Frau sich selbst als geschlechtslose Person definiert, weiß sich gar nicht, was sie eigentlich ist. Frauen haben zu viele Rollen. Sie fragen sich: Bin ich eine Frau, bin ich eine Mutter, habe ich ein Berufsleben, bin ich für dieses oder jenes verantwortlich…? Sie sind wie Roboter. Das ist der Keim der Katastrophe für Frauen. Wenn eine Frau sich als weibliches Wesen begreift, kann sie Kraft in sich selbst finden und authentisch sein. Frauen müssen verstehen, wer sie sind. Seinen Sie in Ihrer Welt, machen Sie Ihre Arbeit, was immer es sein mag. Aber Ihre Realität muss in Ihnen selbst sein, nicht außerhalb. Frauen sind ein lebendes Gebet. Wenn Sie sich dem öffnen, befreien Sie Ihre Kreativität. Sie können Ihre Träume ausleben und das Frausein feiern.

 

YJ: Also ist es für Frauen am wichtigsten, nach innen zu blicken?

GR: Es ist wichtig dass Frauen ihre innere Sicherheit, Vollständigkeit und Ganzheit finden. Sonst glauben sie, sie seien unvollständig und unterlegen. Es gibt zwei Polaritäten im Universum, eine stabile und eine bewegliche. Männer haben mehr von der stabilen, Frauen mehr von der fließenden Energie. Aber Frauen brauchen beides, sie brauchen ein Gleichgewicht aus beiden Polaritäten in sich selbst. Es ist eine archetypische Wunde von Frauen zu glauben, sie bräuchten etwas von außerhalb ihrer selbst. Alles was Frauen brauchen, ist ihre männliche Polarität in ihrer eigenen Psyche. Sie brauchen innere Stabilität ebenso wie die fließende Energie. Dann fühlen sie sich vollständig, ganz und glücklich. Dann brauchen sie keinen Mann oder keine Beziehung, sie können aus einer Position von Ganzheit beschließen, eine Beziehung zu führen, und diese genießen, eben weil sie sie nicht benötigen. Frauen müssen selbstbewusster werden.

 

YJ: Welche Rolle spielt der feminine Aspekt auf universeller Ebene?

GR: Unsere innere spirituelle Reise besteht darin, mit dem Femininen in uns in Kontakt zu treten. Wir müssen innerlich erwachen, um uns darüber bewusst zu werden, wie sehr der Status von Frauen entwertet wird, und die Rolle der Frau und des femininen Prinzips gering geschätzt wird. Das Feminine ist die Quelle der Schöpfung. Und diese Schöpfung soll aus einem Ort der Kraft, Sicherheit und Liebe entspringen – als Geschenk an die Menschheit. Wenn wir die Essenz und den femininen Aspekt des Göttlichen – welches jeder Frau und jedem Mann innewohnt – ehren, werden wir die Heiligkeit allen Lebens sehen. Wenn wir uns für Liebe, Akzeptanz, Frieden und Einssein öffnen, werden wir aufhören, Mutter Erde auszubeuten und unsere Realität für persönliche Integrität und Kraft öffnen.

 

YJ: Was können wir alle in unserem täglichen Leben als regelmäßige Praxis tun?

GR: Ein meditatives Bewusstsein erschaffen. Meditieren Sie täglich zusätzlich zu Atemübungen und Singen. Sehen und hören Sie in Ihr Inneres und verbinden Sie sich mit den guten Eigenschaften, die Sie finden: Stabilität, Friede, Raum und Stille. Meditieren Sie über Raum und Dunkelheit, denn das sind die Eigenschaften des Universums. Machen Sie es präsent für sich, fühlen Sie es selbst, verbinden Sie sich damit und fühlen es wahrhaftig, real und echt. Sie fühlen es in sich, in Ihrer eigenen Haut. Spüren Sie die Vibration, sind Sie auch in der Lage, diese zu beherrschen. Wenn es nur in Ihrem Kopf passiert, ist es verschwendet. Sie müssen es spüren. Man kann das nicht einfach überspringen, das ist genau das Feminine.

 

YJ: Was ist Ihre Vision für die nächsten 30 bis 100 Jahre? Welche Zukunft sehen Sie für den Planeten?

GR: Das hängt davon ab, ob die Menschen bereit sind, für ein höheres Bewusstsein zu arbeiten. Im Idealfall werden mehr Menschen auf ihr Herz hören. Es ist gerade so viel Energie da, dass mehr Menschen bereit sind, ihr Herz zu öffnen. Ich sehe also eine große Chance, dass wir zunehmend mehr von unserem Herzen bstimmt werden. Aber das ist nicht möglich, ohne uns mit den Problemen der dunklen Seite auseinanderzusetzen. Wenn die herzbestimmten Menschen ihren Job tun können, wird der Übergang weniger schmerzvoll sein. Das Problem besteht darin, dass die Vibrationen auf dem Planeten so stark sind, dass es für manche Menschen schwierig ist, damit umzugehen. Wenn Ihr Nervensystem nicht stark genug ist, Sie den Raum nicht einnehmen können, und ihn nicht in Ihrem Körper spüren, dann können Sie nicht mit dieser Energie arbeiten. Dann verlieren sich die Leute und tun seltsame und destruktive Dinge. Es sind keine schlechten  Menchen, sie können einfach nicht anders mit dieser Energie umgehen. Die Herausforderung liegt jetzt darin, zu lernen, auf welche Weise man mit  den jetzt verfügbaren höheren Frequenzen arbeitet. Deshalb ist es extrem wichtig, dass jede/r Einzelne von uns nun seine spirituelle Arbeit erledigt. Behaupten Sie den Raum, spüren Sie ihn in sich und arbeiten Sie mit den Chakras. Wenn die oberen Chakras frei und die unteren Chakras im Fluss sind, öffnet sich die Mitte des Herzens. Es ist eine Kombination der oberen und unteren Chakras. Die meisten Leute denken, das wäre eine aufeinander aufbauende Abfolge, aber dem ist nicht so. Es ist ein Wachsen auf allen Ebenen was da passiert. Die unteren und oberen Chakras, das Stabile und das Fließende, das Männliche und Weibliche arbeiten alle zusammen und unterstützen ein höheres Bewusstsein. Dann kann das Herz sich öffnen und wir können erwachen.

 

YJ: Gibt es so etwa wie eine einfache Formel dafür, die Sie empfehlen können?

GR: Die Praxis muss neutral und gütig sein. Am wichtigsten ist, dass man es lebt. Gute Ideen nur im Kopf zu haben ist wertlos. Leben Sie es. Üben Sie, neutral zu sein, nicht zu urteilen. Das ist harte Arbeit. So lange man sich in seinem rationalen Verstand befindet, ist man nicht in der Lage, das Nicht-Urteilen zu praktizieren, denn genau das ist seine Aufgabe. Der rationale Verstand bewertet, analysiert und beurteilt. Verschaffen Sie sich Zugang zu Ihrem neutralen Geist, verbinden Sie sich damit, dann wird es möglich sein, nicht zu urteilen. Sehen Sie nach innen, gehen Sie nach innen. Die Menschen glauben, es sei schwer zu meditieren – nun, das ist es gar nicht. Schließen Sie Ihre Augen und blicken Sie in den Raum und das, was sich darin befindet. Sie müssen einfach nur üben.


Guru Rattana veröffentlichte jüngst zwei neue Bücher: „The Inner Art of Love“ und „The Gift of Womanhood“ (auch als deutsche Fassung: „Die Gabe Frau zu sein“), erhältlich über www.yogatech.com.

Nicole Konrad absolviert gerade ihre Ausbildung zur Anusara-Yogalehrerin und leitet das Yogazentrum Openlotus in Köln.

Link zur Veröffentlichung: Yoga Journal – Ausgabe 6/2011

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