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Zusammenfassung des Buches SIDDARTHA von Hesse – Teil 2

Nachdem Siddhartha die Welt der Lehre hinter sich gelassen hat, nimmt er zum ersten Mal die Welt um sich herum wirklich wahr. Sie ist, bunt, magisch und schön, und wie er selbst begierig, sich zu erfahren. Die Welt der Erscheinung ist keine Täuschung (Maya) denn Göttlichkeit liegt in allen Dingen. Siddharta möchte nun diese Welt, die er so lange verleugnet hat, kennenlernen und vor allem die Liebe erleben.

Um die Gunst seiner künftigen Geliebten zu erwerben, wird er ein sehr erfolgreicher Kaufmann. Als diese ihn nach dem Geheimnis seines Eyoga_koeln_openlotusrfolges fragt, antwortet er: „Ich kann denken. Ich kann warten. Ich kann fasten.“ Ihm ist nicht der Erfolg an sich wichtig, sondern sein Ziel.

Mit der Zeit aber nimmt ihn die Welt der Sinne und der Lüste gefangen. Durch das Glücksspiel beginnt er, nach Reichtum zu streben, Wein und übermässiges Essen machen seinen Körper träge, sein schneller Geist wird langsamer und sein Wissen wird wie mit einer Staubschicht überdeckt. Als ihm bewusst wird, dass er das Leben bis zum Ekel ausgekostet hat, verlässt er die Geliebte, sein Haus, seinen Reichtum, die Stadt.

Er fühlt sich beschmutzt und erschöpft und versucht, sich in einem Fluss umzubringen. In diesem Augenblick steigt aus der Tiefe seines Selbst die Silbe „OM“ auf und damit sein ganzes verschüttetes Wissen und die Gewissheit um die Unzerstörbarkeit des Lebens. Er erkennt, dass er sich an das Leben verlieren musste um den hochmütigen Priester und Wissenden in sich selbst zu überwinden. Er bleibt bei dem Fluss als Fährmann und lernt,den Geheimnissen des Wassers zu lauschen. Das Wasser fließt unablässig, es ist allezeit das selbe und doch immerzu neu. Das Wasser ist an der Quelle wie an der Mündung das gleiche, es gibt nur die Gegenwart, nicht den Schatten der Vergangenheit und auch nicht den der Zukunft.

Und er lernt, auf die Stimmen des Flusses zu hören, der alle Stimmen der Welt in sich vereint. Und in der Summe tönen sie alle das „OM“. Er beginnt, die Menschen, die er einst hochmütig „Kindermenschen“ nannte, zu lieben. Er versteht nun ihre kleinen Sorgen und Nöte und fühlt sich ihnen keinesfalls mehr überlegen. Weisheit ist nichts als die Bereitschaft der Seele, die Fähigkeit und geheime Kunst, jeden Augenblick mitten im Leben den Gedanken der Einheit zu denken, die Einheit fühlen und einatmen zu können.

Kommentar: Hier taucht die Idee des Tantra-Yoga auf die besagt, dass alle Erscheinungen des Lebens wertvoll und unterschiedliche Erscheinungsformen des selben Göttlichen sind. Sie steht damit im Gegensatz zu den vorher herrschenden Vorstellungen, dass Erleuchtung nur durch Überwindung der Welt erlangt werden kann.

 H.H. (Siddhartha gegen Ende des Buches – die Menschen sprechen ihn nun als ehrwürdigen Weisen an):

„Mir liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.“

Dieser letzte Satz klingt so einleuchtend und ist doch in der täglichen Umsetzung so schwer. Besonders dann, wenn ein liebes Familienmitglied anders tickt als man selbst, wenn ein Nachbar andere Vorstellungen hat, wenn der Straßenverkehr wieder nervt, wenn die Arbeitskollegen oder Chefs seltsame Dinge tun …

 Die Idee des Wassers ist auch immer wieder Thema von Yogastunden. Fließen zu können, in der Abfolge von Asana-Übungen, im Fluss und damit im Einklang mit dem zu sein, was uns gerade geschieht und umgibt ist eine Kunst, die wir auch in der Yoga-Praxis üben. In jedem Augenblick präsent zu sein, und nicht in Gedanken noch dem Vergangenen nachzuhängen oder das Kommende bereits zu bedenken – diese Praxis fällt so schwer.

 Es ist auch immer wieder eine kleine Überwindung, das bequeme Sofa gegen die manchmal mühevolle Yogamatte zu tauschen. Und immer wieder fühlen wir uns wesentlich lebendiger und zufriedener, wenn uns diese Überwindung gelungen ist.

 Die ersten drei Begriffe, die eine bekannte Meditationsform vermittelt, heißen:

Glücklich sein – Freundlich sein – Mitgefühl

Diese Worte kann man gut als Anker für die eigene Meditation verwenden.

Namaste!

Brigitte Heinz, Yogaübersetzung und Yogalehrerin Openlotus
Yoga Allianz + Anusara Elements zertifiziert

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